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Büro: Muster-Gefährdungsbeurteilung

Facility Management: Nutzung: Büro » Strategie » Betreiberverantwortung » Muster-GB

Büro: Muster-Gefährdungsbeurteilung

Muster-Gefährdungsbeurteilung für Büroarbeitsplätze und Bürolandschaften

Arbeitsbereich / Tätigkeit

Gefährdungen

Maßnahmen zur Minimierung der Gefährdung

Verantwortlichkeiten

Fristen zur Umsetzung

Wirksamkeitsprüfung

Bildschirmarbeitsplatz (Büro)

Physisch: Stolpern über Kabel oder Gegenstände; unsichere Verkabelung (Stromschlag/Brandrisiko); ungeeignetes Raumklima (Blendung durch Beleuchtung, trockene oder stickige Luft) Ergonomisch: Einseitige Bildschirmarbeit verursacht Augenbelastung und Nacken-/Rückenschmerzen durch Fehlhaltungen Psychisch/Organisatorisch: Monotone Aufgaben oder hoher Zeitdruck und häufige Unterbrechungen führen zu Stress; fehlende Pausen führen zu Ermüdung

Technisch: Ergonomische Arbeitsmittel bereitstellen (höhenverstellbarer Tisch, ergonomischer Stuhl, blendfreie Beleuchtung, gute Belüftung/Temperierung) Organisatorisch: Regelmäßige Pausen und Wechsel der Tätigkeit einplanen; realistische Zeitvorgaben setzen, um Zeitdruck zu reduzieren Personenbezogen: Mitarbeiterschulungen zur Ergonomie (richtige Sitzhaltung, Augenentspannung); Angebot von Sehtests und ggf. Bildschirmarbeitsplatzbrillen

Führungskraft: Stellt ergonomische Arbeitsmittel bereit, achtet auf Einhaltung der Pausen
Fachkraft f. Arbeitssicherheit: Berät bei der Arbeitsplatzgestaltung und führt Unterweisungen durch
Betriebsarzt: Bietet Sehtests und Beratung bei gesundheitlichen Beschwerden an
Mitarbeiter: Nutzen Hilfsmittel korrekt, halten Pausen ein und melden Ergonomie-Probleme

Sofort: Stolperfallen beseitigen; provisorische Verbesserungen bei schlechter Beleuchtung oder Lüftung vornehmen Kurz-/mittelfristig: Ergonomische Ausstattung vollständig beschaffen und Unterweisung durchführen (innerh. 3–6 Monaten); Pausenregelung im Team etablieren Laufend: Regelmäßige Überprüfung der Arbeitsbedingungen und Anpassung der Maßnahmen bei Bedarf

Mitarbeiterbefragungen (Zufriedenheit, Beschwerden) nach Umsetzung der Maßnahmen Regelmäßige Arbeitsplatzbegehungen (jährlich) mit Ergonomie-Check Auswertung von Fehlzeiten (z. B. Rückenleiden, Augenprobleme) nach ca. 6–12 Monaten

Großraumbüro (Bürolandschaft)

Umgebungsbezogen: Lärm und Unruhe durch viele Personen (Telefonate, Gespräche, Drucker) führt zu Konzentrationsproblemen; schlechte Luftqualität oder Wärmeentwicklung bei voller Belegung; höhere Infektionsgefahr durch nahe zusammenarbeitende Kollegen<br>
Ergonomisch: Begrenzte individuelle Anpassung von Licht/Temperatur; möglicher Platzmangel und zusätzliche Kabel – erhöhte Stolper- und Unfallgefahr<br>
Psychisch/Organisatorisch: Dauerhafter Lärm, häufige Störungen und fehlende Rückzugsmöglichkeiten führen zu Stress und erhöhter geistiger Belastung; potenzielle Konflikte zwischen Mitarbeitern (z. B. wegen Lautstärke, Privatsphäre)

Technisch: Raumakustik verbessern (schallabsorbierende Decken, Trennwände, Teppiche) und Lüftung/Klimaanlage optimieren; zusätzliche Rückzugsräume oder Telefonkabinen einrichten; regelmäßige Reinigung/Hygiene und Bereitstellung von Desinfektionsmitteln<br>
Organisatorisch: Verhaltensregeln für Großraumbüros einführen (leises Telefonieren, Meetings in Besprechungsräume verlegen, Rücksichtnahme); ggf. versetzte Arbeitszeiten oder Homeoffice-Tage einplanen, um Lärm und Belegung zu reduzieren; regelmäßige Lüftungspausen festlegen<br>
Personenbezogen: Mitarbeiter über Umgang mit Großraumbüro-Stress schulen (z. B. Nutzung von Noise-Cancelling-Kopfhörern, Konzentrationstechniken); zur Rücksichtnahme anhalten; bei Krankheit zu Hause bleiben (Infektionsschutz); Konfliktmanagement anbieten

Führungskraft: Sorgt für Einhaltung der Verhaltensregeln und stellt angemessene Arbeitsbedingungen sicher (Schallschutz, Klimatisierung, ggf. ermöglicht wechselweises Homeoffice)
Fachkraft f. Arbeitssicherheit: Misst Lärmpegel, berät zu Schallschutz- und Raumgestaltung; prüft Fluchtwege und Sicherheit trotz dichter Möblierung<br>
Betriebsarzt: Beobachtet gesundheitliche Auswirkungen (Stresssymptome, häufige Infekte) und berät Mitarbeiter (z. B. bietet Grippeschutzimpfung, Gehörschutzberatung) <br>
Mitarbeiter: Verhalten sich rücksichtsvoll (Lautstärke reduzieren, Hygieneregeln einhalten) und melden unzumutbare Bedingungen (z. B. extreme Lärmbelastung oder schlechte Luft)

Sofort: Akute Störquellen minimieren (laute Geräte versetzen, Fluchtwege freiräumen) Kurz-/mittelfristig: Schallschutz-Maßnahmen umsetzen und Klimaverbesserungen installieren; Verhaltensregeln kommunizieren und einüben (innerh. 3–6 Monaten)<br>
Laufend: Kontinuierliches Feedback der Mitarbeiter einholen und bei Bedarf weitere Anpassungen vornehmen; Hygienemaßnahmen dauerhaft sicherstellen

Mitarbeiterbefragung zum Großraumklima (Lärm, Raumluft, Konzentrationsfähigkeit) nach Veränderungen<br>
Lärmmessungen und Raumluft-Messungen in regelmäßigen Abständen<br>
Arbeitsplatzbegehungen (halbjährlich) zur Überprüfung der Wirksamkeit von Schallschutz und Regeln; Auswertung von Krankheitsständen (Infekte, stressbedingte Ausfälle) im Zeitverlauf

Telefonarbeitsplatz (viel Telefonie)

Physisch: Dauertelefonieren ohne Headset verursacht Nacken- und Schulterschmerzen (Telefonhörer einklemmen); laute Gespräche/Headsets belasten das Gehör; ständige Stimmbelastung kann zu Heiserkeit führen<br>
Psychisch: Hohe Anrufaufkommen, Zeitdruck pro Gespräch und ggf. schwierige Kunden führen zu Stress; monotone Tätigkeit bei immer ähnlichen Gesprächen senkt Motivation<br>
Organisatorisch: Mangelnde Pausen oder Personalengpässe (z. B. im Callcenter) verstärken die Überlastung; unklare Gesprächsvorgaben erhöhen Unsicherheit

Technisch: Headsets mit guter Audioqualität und Lautstärkebegrenzung einsetzen (Schutz für Gehör und freie Hände); ggf. höhenverstellbare Tische ermöglichen Telefonieren im Stehen; moderne Telefonsoftware einsetzen, um Überlastung (Warteschlangen) zu vermeiden<br>
Organisatorisch: Ausreichende Pausen zwischen Telefonphasen festlegen; Rotationsprinzip einführen (abwechselnd Telefon und andere Aufgaben); realistische Kennzahlen/Ziele vorgeben (nicht zu viele Gespräche pro Stunde); Eskalationsprozesse für schwierige Anrufe definieren (Weitergabe an Vorgesetzte)<br>
Personenbezogen: Kommunikations- und Deeskalationstraining für Mitarbeiter am Telefon; Stimmtraining (Schonung der Stimme, Atemtechniken); ergonomisches Verhalten schulen (Headset nutzen statt Hörer halten, zwischendurch aufstehen und strecken)

Führungskraft: Stellt notwendige technische Ausstattung (Headsets etc.) und ausreichend Personal für Pausen bereit; setzt realistische Leistungsziele und überwacht die Arbeitsbelastung<br>
Fachkraft f. Arbeitssicherheit: Prüft Ergonomie am Telefonarbeitsplatz, berät zu Lärmschutz (Headset-Einstellungen) und erinnert an Pausenregelungen<br>
Betriebsarzt: Führt bei Viel-Telefonierern ggf. Hörtests und Stimmband-Untersuchungen durch; berät bei Stress oder Stimmproblemen<br>
Mitarbeiter: Nutzen Headsets und ergonomische Hilfen konsequent; halten Pausen ein und melden Überlastung oder Probleme mit Anrufern frühzeitig

Sofort: Headsets für alle Betroffenen bereitstellen bzw. defekte ersetzen; akute Überlastung (z. B. durch Personalmangel) sofort ansprechen und beheben<br>
Kurz-/mittelfristig: Schulungen (Kommunikation, Stressbewältigung) innerhalb von wenigen Monaten durchführen; Gesprächsleitfäden und verbesserte Arbeitsabläufe einführen<br>
Laufend: Laufende Überwachung der Anrufbelastung (Call-Statistiken) und regelmäßige Anpassung von Vorgaben oder Personalplanung bei steigendem Aufkommen

Mitarbeiterfeedback (regelmäßige Umfragen oder Meetings im Telefonteam zur Arbeitsbelastung und Zufriedenheit)<br>
Analyse von Gesundheitsdaten (Stimmprobleme, Hörbeeinträchtigungen, Stressbedingte Fehlzeiten) über 6–12 Monate<br>
Qualitätskontrolle: Auswertung von Kennzahlen (z. B. durchschnittliche Gesprächszeiten, Kundenzufriedenheit) vor und nach Maßnahmen als indirekter Indikator

Kundenkontakt (z. B. Empfang)

Physisch: Umgang mit ggf. aggressiven Kunden kann zu Verletzungsgefahr führen (Übergriffe sind selten, aber möglich); höheres Infektionsrisiko durch häufigen Kontakt mit Externen; Unfallgefahr im Publikumsbereich (Stolpern auf nassem Boden im Eingangsbereich)<br>
Psychisch: Stress durch anspruchsvolle oder verärgerte Kunden; dauerhafte Emotionsarbeit (stets freundlich bleiben) führt zu mentaler Erschöpfung; hoher Kundenandrang verursacht Hektik und Druck<br>
Organisatorisch: Ungeregelter Umgang mit Konfliktkunden oder fehlender Notfallplan bei Eskalation; Personalmangel in Stoßzeiten steigert die Belastung

Technisch: Empfangs- und Kundenbereiche sicher gestalten (ausreichend Platz, rutschfester Boden, gute Beleuchtung); ggf.
Schutzmaßnahmen wie eine Theke als Barriere, Alarmknopf oder Videoüberwachung für Notfälle; Bereitstellung von Desinfektionsmitteln und Schutzwänden (Infektionsschutz)<br>
Organisatorisch: Klare Richtlinien für den Kundenumgang (freundliche Ansprache, Vorgehen bei Beschwerden, Abbruchkriterien bei Aggression); ausreichende Personaldecke einplanen, besonders in Stoßzeiten; Wartebereiche organisieren (Nummernsystem, Sitzgelegenheiten) zur Entzerrung; Pausenregelung trotz Kundenverkehr (Vertretung organisieren)<br>
Personenbezogen: Deeskalationstrainings und Schulungen in Konfliktmanagement; Training der Kommunikationsfähigkeiten und kulturellen Kompetenz; Stressbewältigungsangebote für Mitarbeiter im Kundenkontakt; im Team Nachbesprechung nach schwierigen Vorfällen (kollegiale Unterstützung)

Führungskraft: Gewährleistet einen sicheren Empfangsbereich (baulich und personell); sorgt für Schulung der Mitarbeiter im Kundenumgang; steht bei eskalierenden Situationen unterstützend zur Verfügung und leitet nötige Schritte ein<br>
Fachkraft f. Arbeitssicherheit: Beurteilt Gefährdungen im Publikumsverkehr, empfiehlt Schutzmaßnahmen (z. B. Alarmierungssysteme); unterstützt bei Unterweisungen zum Verhalten in Gefahrensituationen<br>
Betriebsarzt: Steht für Nachbetreuung nach Zwischenfällen (psychische Belastung) bereit; berät zum Infektionsschutz (Impfangebote, Hygieneregeln) und Stressprävention<br>
Mitarbeiter: Befolgen die vorgegebenen Verhaltensregeln im Kundenkontakt; bleiben aufmerksam und holen frühzeitig Unterstützung (z. B. Sicherheitspersonal, Vorgesetzter) bei bedrohlichen Situationen; nutzen bereitgestellte Schutzmittel (z. B. Desinfektion) und melden Vorfälle oder Risiken unverzüglich

Sofort: Offensichtliche Sicherheitsmängel sofort beheben (z. B. defekten Alarmknopf reparieren, Stolperstellen im Eingangsbereich entfernen)<br>
Kurz-/mittelfristig: Schulungen für Kundenkontakt-Personal (Konfliktmanagement, Ersthilfe bei Übergriffen) zeitnah durchführen; Notfallplan für Eskalationen erstellen und kommunizieren; Personalplanung für Stoßzeiten innerhalb einiger Monate optimieren<br>
Laufend: Regelmäßige Überprüfung der Schutzmaßnahmen und Anpassung bei Bedarf (jährlicher Sicherheitscheck am Empfang, Feedbackgespräche mit Mitarbeitern)

Mitarbeiterbefragung bei Empfangs-/Servicemitarbeitern (Sicherheitsgefühl, Stresslevel) nach Einführung von Maßnahmen<br>
Erfassung und Analyse von Vorfällen (Aggressionen, Beschwerdesituationen) im Kundenbereich fortlaufend<br>
Sicherheitsbegehungen des Kundenbereichs (jährlich, inkl. Probealarm) zur Überprüfung der Wirksamkeit aller Vorkehrungen; Auswertung der Fehlzeiten im Team (z. B. stressbedingte Ausfälle)

Meetings / Besprechungen

Physisch: Lange Sitzungen ohne Pausen führen zu Ermüdung und Verspannungen; unzureichende Belüftung in Besprechungsräumen verursacht Konzentrationsverlust oder Kopfschmerzen; bei vielen Teilnehmern in engem Raum erhöhtes Infektionsrisiko<br>
Psychisch: Hoher Präsentations- und Leistungsdruck kann Lampenfieber und Stress auslösen; Meeting-Marathons (viele/zu lange Besprechungen) führen zu Überlastung und Zeitdruck im Tagesgeschäft; Konflikte in Meetings (hitzige Debatten) belasten emotional<br>
Organisatorisch: Fehlende Agenda/Moderation verursacht Ineffizienz und Frustration; Meetings außerhalb der Kernarbeitszeit stören Work-Life-Balance (Überstunden)

Technisch: Besprechungsräume ergonomisch ausstatten (bequeme, verstellbare Stühle; ausreichend Platz pro Person; Möglichkeit zum Lüften oder Klimaanlage; bei Präsentationen genug Licht statt Dauerdunkel); ggf. CO₂-Messgerät für Luftqualität<br>
Organisatorisch: Meeting-Regeln einführen (Agenda und Ziel vorab, maximale Dauer festlegen – z. B. 90 Min. – dann Pause); Pufferzeiten zwischen Meetings einplanen (keine Back-to-Back-Termine); soweit möglich Anzahl/Budget von Meetings reduzieren oder teilweise virtuell abhalten (Reiseaufwand senken); Meetings in Kernzeit legen, nicht spätabends<br>
Personenbezogen: Moderationstrainings für Führungskräfte und Meeting-Leiter (für straffere, konfliktarme Meetings); Schulung der Mitarbeiter in effizienten Besprechungstechniken; Mitarbeiter ermutigen, in langen Meetings Pausen einzufordern oder kurz aufzustehen und zu lüften

Führungskraft: Fördert eine gesunde Meeting-Kultur (nicht zu viele/zu lange Meetings, Pausen werden eingelegt); greift bei Bedarf moderierend ein, insbesondere bei Konflikten oder Zeitüberschreitung<br>
Fachkraft f. Arbeitssicherheit: Berät zur ergonomischen Gestaltung von Besprechungsräumen (Belüftung, Möblierung) und thematisiert hohe Meetingbelastung ggf. im Arbeitsschutzausschuss<br>
Betriebsarzt: Empfiehlt Pausenregelungen aus medizinischer Sicht (Leistungsfähigkeit, Konzentration) und berät Mitarbeiter mit Präsentationsangst oder stressbedingten Beschwerden<br>
Mitarbeiter: Halten sich an Meeting-Regeln (Pünktlichkeit, Agenda, respektvoller Umgang); achten auf eigene Bedürfnisse (Pause, frische Luft) während Besprechungen und kommunizieren Überlastung offen

Sofort: Dringende Probleme sofort angehen (z. B. Räume vor Meeting lüften, bei erkennbarer Ermüdung zusätzliche Pause einlegen)<br>
Kurz-/mittelfristig: Meeting-Regeln unternehmensweit festlegen und kommunizieren; Besprechungsräume innerhalb einiger Monate optimieren (komfortable Stühle, Klimatisierung verbessern)<br>
Laufend: Meetingkultur regelmäßig evaluieren (z. B. jährliches Feedback der Mitarbeiter) und bei Bedarf Anpassungen vornehmen

Mitarbeiterbefragung zur Meetingbelastung und -kultur (z. B. jährlich im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung psych. Belastung)<br>
Überwachung der Arbeitszeit: Auswertung von Überstunden/Mehrarbeit durch Meetings im Team<br>
Feedbackrunden nach wichtigen Projektsitzungen (Lessons Learned auch bzgl. Arbeitsbelastung); regelmäßige Kontrolle der Raumluftqualität in langen Meetings (CO₂-Wert) und Prüfung, ob Lüftungsregeln eingehalten werden

Projektarbeit (Team-/Projektbüro)

Physisch: Lange Arbeitszeiten in intensiven Projektphasen führen zu Ermüdung und gesundheitlicher Beanspruchung; ggf. häufige Dienstreisen im Projekt -> zusätzlicher Reisestress und Unfallgefahr unterwegs<br>
Psychisch/Organisatorisch: Starker Termin- und Leistungsdruck (strikte Deadlines, Budgetvorgaben) führt zu Stress und Überstunden; unklare Rollenverteilung oder Zielkonflikte zwischen Projekt und Linie verursachen Unsicherheit und Konflikte im Team; häufige Änderungen im Projektplan erfordern dauernde Anpassung -> mentale Belastung; Gefahr von Burnout bei dauerhaft hoher Intensität<br>
Sozial: Verteilte/internationale Projektteams erschweren Kommunikation (Missverständnisse, Isolation), was zusätzlichen Stress erzeugen kann

Technisch: Angemessene Infrastruktur für Projektteams bereitstellen (z. B. separate Projekträume mit genügend Arbeitsplätzen und guter Ausstattung; Kollaborationstools und Videokonferenztechnik für verteilte Teams); ergonomische Einrichtung auch temporärer Arbeitsplätze sicherstellen (nicht zu eng, ausreichende Bildschirme etc.)<br>
Organisatorisch: Realistische Projektplanung mit Pufferzeiten, um Überlastspitzen zu vermeiden; regelmäßige Team-Meetings zur frühzeitigen Problemkennung, aber Meetings auf das Nötige begrenzen; klare Aufgaben- und Rollenverteilung definieren (verhindert Doppelarbeit und Konflikte); Arbeitszeitbegrenzungen auch im Projekt einhalten (z. B. keine Wochenendarbeit als Dauerzustand) und ggf. Zusatzpersonal bei Engpässen einplanen<br>
Personenbezogen: Projektleiter in Arbeitsorganisation und Stressmanagement schulen; Teambuilding-Maßnahmen fördern gutes Arbeitsklima (reduziert Konflikte); Mitarbeiter sensibilisieren, eigene Belastungsgrenzen zu erkennen und zu kommunizieren; Ausgleich nach intensiven Phasen ermöglichen (Freizeitausgleich, Urlaub); bei Bedarf Coaching oder Unterstützung durch Vorgesetzte/HR anbieten (bei Konflikten oder hoher Stressbelastung)

Führungskraft (Projektleitung): Plant das Projekt mit realistischen Zeit- und Ressourcenpolstern und überwacht die Teamarbeitslast; greift bei Überlastung ein (Prioritäten ändern, Aufgaben umverteilen); dient als Ansprechpartner bei Konflikten im Team<br>
Fachkraft f. Arbeitssicherheit: Bewertet die Arbeitsbedingungen im Projekt (z. B. Ergonomie im Projektraum, Arbeitszeiten) und gibt Empfehlungen zur Reduktion psychischer Belastungen; erinnert an Arbeitsschutz auch in Stressphasen<br>
Betriebsarzt: Bietet Stresspräventionsangebote (z. B. Workshops zu Resilienz) und individuelle Beratung für überlastete Mitarbeiter; beobachtet gesundheitliche Auffälligkeiten im Projektteam (Übermüdung, häufige Erkrankungen) und meldet diese dem Management<br>
Mitarbeiter: Achten auf ihre Gesundheit trotz Projektstress (Pausen, ausreichender Schlaf); sprechen Überlastung oder Probleme offen an; unterstützen sich im Team gegenseitig und halten vereinbarte Prozesse ein (um Chaos und Mehrarbeit zu vermeiden)

Sofort: Akute Überlastung im aktuellen Projekt sofort entschärfen (Aufgaben umpriorisieren, zusätzliche Hilfe organisieren)<br>
Kurz-/mittelfristig: Bei Projektstart Präventionsmaßnahmen umsetzen (Kick-off mit Teambuilding, klare Aufgabenverteilung) und Schulungen zeitnah durchführen; im Projektverlauf regelmäßig nachsteuern (Zeitpläne anpassen, Überstunden begrenzen)<br>
Laufend: Nach Projektabschluss Lessons Learned (inkl. Arbeitsbelastung) auswerten und für künftige Projekte übernehmen; regelmäßiges Monitoring während des Projekts (z. B. monatlich Arbeitsbelastung im Team prüfen)

Projekt-Retrospektiven mit Bewertung der Arbeitsbelastung und Wirksamkeit der ergriffenen Maßnahmen<br>
Vergleich von Überstunden und Fehlzeiten im Projektteam vs. Normalbetrieb (Abteilung) zur Einschätzung der Mehrbelastung<br>
Mitarbeiterbefragungen (oder Feedbackrunden) während und nach Projekten bzgl. Arbeitsbedingungen, Stresslevel und Teamklima; kontinuierliche Beobachtung durch Führungskräfte und HR

Homeoffice (Telearbeit zuhause)

Ergonomisch/Physisch: Häuslicher Arbeitsplatz oft nicht optimal ausgestattet – falsche Stühle oder improvisierte Tischhöhe führen zu Rücken-, Nacken- und Augenbeschwerden; zusätzliche Stolperfallen (Kabel, Haustiere, Spielzeug) im Wohnbereich; elektrische Risiken durch unsachgemäße Nutzung von Mehrfachsteckdosen oder fehlende Erdung; ggf. Lärmbelästigung durch Umgebung (Nachbarn, Baustellen)

Technisch: Arbeitgeber stellt notwendige Ausstattung zur Verfügung (ergonomischer Bürostuhl, externer Monitor, Dockingstation, Headset) oder gewährt Zuschüsse; IT-Infrastruktur sicherstellen (VPN, stabile Internetverbindung, IT-Support bei Problemen) um Technikstress zu reduzieren; Hinweis auf Brandschutz (z. B. Rauchmelder installieren) im Homeoffice<br>
Organisatorisch: Homeoffice-Vereinbarungen mit klaren Regelungen zu Arbeitszeit, Erreichbarkeit und Datensicherheit treffen; regelmäßige Kommunikation sicherstellen (tägliche Team-Calls, virtuelle Meetings), damit Informationfluss und sozialer Kontakt erhalten bleiben; Regeln zur Arbeitszeit erfassen (z. B. elektronische Zeiterfassung auch zuhause) um Überstunden transparent zu machen; Notfallkontaktkette definieren (wer ist wie bei Unfall oder IT-Ausfall erreichbar)<br>
Personenbezogen: Unterweisung der Mitarbeiter zu ergonomischer Arbeitsplatzgestaltung daheim (Checkliste, Online-Training); Tipps zur Trennung von Arbeit und Privatleben vermitteln (festen Arbeitsplatz einrichten, Feierabendrituale); Mitarbeiter ermutigen, Pausen wie im Büro einzuhalten und sich regelmäßig zu bewegen; Angebote zur psychischen Gesundheit auch für Remote-Mitarbeiter (z. B. Hotline, EAP, virtuelle Sportgruppen)

Führungskraft: Vereinbart mit Mitarbeitern klare Ziele und Arbeitszeiten im Homeoffice; sorgt für regelmäßigen Kontakt (Team-Meetings, Einzelgespräche) und kümmert sich um nötige Ausstattung; bezieht Homeoffice-Kräfte gleichberechtigt ins Team ein und achtet auf Anzeichen von Überlastung oder Isolation<br>
Fachkraft f. Arbeitssicherheit: Unterstützt bei der Gefährdungsbeurteilung Homeoffice (stellt z. B. Checklisten bereit, berät bei ergonomischen Fragen per Telefon/Video); beurteilt gemeldete Gefährdungen in der Heimarbeitsumgebung und schlägt Verbesserungen vor<br>
Betriebsarzt: Bietet Beratung und Vorsorgeuntersuchungen auch für Homeoffice-Beschäftigte an (z. B. Sehtests, Beratung bei muskulären Problemen oder psychischen Belastungen durch Isolation); unterstützt Gesundheitsprogramme via E-Learning/Online-Kurse<br>
Mitarbeiter: Richten ihren Heimarbeitsplatz möglichst ergonomisch und sicher ein (laut Richtlinien); halten sich an vereinbarte Arbeits- und Pausenzeiten; melden technische oder ergonomische Probleme dem Arbeitgeber; achten auf Work-Life-Balance (z. B. nach Feierabend Laptop ausschalten)

Sofort: Zum Start des Homeoffice sofort erforderliche Ausstattung bereitstellen und Kommunikationsregeln festlegen<br>
Kurz-/mittelfristig: Innerhalb der ersten Wochen eine individuelle Arbeitsplatzbeurteilung durchführen (Fragebogen oder Fotosichtung) und Mängel in den ersten 2–3 Monaten abstellen; Homeoffice-Unterweisung zeitnah (spätestens innerhalb 1 Monat) für alle durchführen<br>
Laufend: Kontinuierliche Betreuung der Homeoffice-Mitarbeiter (regelmäßige Check-ins, vierteljährliche Feedbackgespräche); jährliche Überprüfung der Homeoffice-Vereinbarungen und Anpassung an neue Entwicklungen

Mitarbeiterbefragungen zum Homeoffice (Arbeitsbedingungen, Gesundheit, Work-Life-Balance) nach ~6 Monaten und dann regelmäßig<br>
Auswertung von Unfall- und Krankmeldungen im Homeoffice vs. Büro (um mögliche Häufungen zu erkennen)<br>
Regelmäßige Gespräche zwischen Führungskraft und Homeoffice-Mitarbeiter über Wohlbefinden und Arbeitsbelastung; Überprüfung der Zeiterfassungsdaten auf Einhaltung der Arbeitszeiten

Mobiles Arbeiten (unterwegs)

Physisch: Erhöhtes Unfallrisiko auf Dienstreisen (Autofahrten, Flüge, Wege in fremder Umgebung); Arbeiten mit Laptop auf Reisen (im Zug, Hotel) in ungeeigneter Körperhaltung führt zu Verspannungen; Tragen von Gepäck/Laptop über längere Zeit belastet Rücken und Gelenke; bei Auslandsreisen ggf. Gesundheitsrisiken (andere Klima, notwendige Impfungen)<br>
Psychisch: Stress durch häufige Ortswechsel, enge Zeitpläne, Verspätungen oder Anschlussverluste; Isolation/Gewissenskonflikte durch Abwesenheit von Familie; ständige Erreichbarkeit unterwegs führt zu fehlender Erholung; kulturelle Umstellung bei Auslandseinsätzen kann mental belasten<br>
Organisatorisch: Unklare Regeln zur Arbeitszeit auf Reisen (z. B. E-Mails nach Feierabend im Hotel) fördern Mehrarbeit; fehlende Vorbereitung auf Sicherheitsrisiken oder medizinische Aspekte im Ausland

Technisch: Leichte, mobile Arbeitsausstattung bereitstellen (handlicher Laptop, ergonomische Tragetasche/Rucksack, ggf. Reise-Laptopständer und faltbare Tastatur für bessere Haltung unterwegs); Firmenfahrzeuge mit Sicherheitsausstattung (Erste-Hilfe-Set, Warndreieck, Notfalltelefon) ausstatten; bei Auslandsreisen notwendige Ausrüstung/Medikamente zur Verfügung stellen (Reiseapotheke, Adapter, etc.)<br>
Organisatorisch: Reiserichtlinie erstellen, die Sicherheit und Gesundheit berücksichtigt (maximale Fahrzeiten pro Tag festlegen, bei >X km Bahn oder Übernachtung einplanen, Telefonieren beim Fahren untersagen); Reisezeit wenn möglich als Arbeitszeit anrechnen oder durch Freizeit ausgleichen, um Überlastung zu vermeiden; vor Auslandsreisen umfassende Informationen bereitstellen (Impfschutz, Notfallkontakte, Verhaltenshinweise); Verfahren für Notfälle unterwegs definieren (Unfallmeldungen, Rückholverfahren bei Krankheit im Ausland)<br>
Personenbezogen: Fahrsicherheitstraining und Schulungen für Vielreisende (Pausenmanagement, Ergonomie auf Reisen, Stressbewältigung unterwegs); Gesundheitsberatung für Geschäftsreisende (Ernährung, Schlaf bei Jetlag); Mitarbeiter ermutigen, verfügbare Alternativen zu nutzen (z. B. Video-Meetings statt Reisen, Bahn statt Auto) und eigene Grenzen zu respektieren (z. B. bei Übermüdung Reise unterbrechen)

Führungskraft: Plant Dienstreisen so, dass ausreichend Zeit und Ruhepausen eingeplant sind; genehmigt nur notwendige Reisen (alternativ Videokonferenz) und achtet darauf, dass Reisezeiten erfasst und ggf. ausgeglichen werden; stellt Budget für komfortable und sichere Reiseoptionen bereit (z. B. Bahn 1. Klasse bei langer Fahrt)<br>
Fachkraft f. Arbeitssicherheit: Entwickelt und aktualisiert die Reiserichtlinie unter Arbeitsschutzaspekten; schult Mitarbeiter in sicheres Verhalten auf Reisen (Unfallverhütung, Verhaltenshinweise für bestimmte Länder); führt Gefährdungsbeurteilung für mobile Tätigkeiten durch (inkl. Analyse von Wegeunfällen)<br>
Betriebsarzt: Berät vor Auslandsreisen zu medizinischen Vorsorgemaßnahmen (Impfungen, Malariaprophylaxe etc.); führt regelmäßige Eignungsuntersuchungen für Vielfahrer durch (Sehtest, Fahrtüchtigkeit); steht nach belastenden Reisen für Nachsorgegespräche zur Verfügung<br>
Mitarbeiter: Halten die Reiserichtlinien ein (z. B. Ruhezeiten, Sicherheitsgurte, kein Handy am Steuer); planen selbst Puffer ein und verweigern zu riskante Vorgaben im Zweifel; nutzen ergonomische Hilfsmittel auf Reisen und machen Pausen; melden Unfälle, Beinaheunfälle oder Sicherheitsprobleme unterwegs unverzüglich

Sofort: Vor Antritt einer mobilen Tätigkeit Unterweisung in Reisesicherheit durchführen und erforderliche Ausrüstung aushändigen<br>
Kurz-/mittelfristig: Reiserichtlinie innerhalb weniger Monate erstellen oder aktualisieren; Fahrsicherheitstraining und Gesundheitsbriefings zeitnah (innerh. 6 Monaten) für Vielreisende anbieten<br>
Laufend: Vor jeder Dienstreise eine Gefährdungsabschätzung vornehmen (insbes. bei neuen Reisezielen); regelmäßige jährliche Überprüfung der Reiseregelungen und Anpassung an veränderte Risiken (z. B. Pandemie, Sicherheitslage)

Auswertung der Dienstreise-Unfälle und Beinaheunfälle jährlich (Ziel: Unfallzahlen senken)<br>
Feedbackrunden mit Vielreisenden (Belastung, Zufriedenheit mit Unterstützung) z. B. halbjährlich<br>
Thema im ASA/Arbeitsschutzausschuss: regelmäßige Besprechung von Erfahrungen und Verbesserungsmöglichkeiten beim mobilen Arbeiten<br>
Kontrolle der Arbeitszeitaufzeichnungen von Vielreisenden (Überstunden durch Reise? Einhaltung der Ruhezeiten?) und Abgleich vor/nach Maßnahmen