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Schnittstellen IT, HR, RE und FM

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Schnittstellen zwischen IT, HR, RE und FM koordinieren

Schnittstellen zwischen IT, HR, Real Estate (RE) und Facility Management (FM) in Büroumgebungen

Ein wirksamer Bürobetrieb setzt eine enge Zusammenarbeit zwischen Facility Management (FM), Informationstechnologie (IT), Human Resources (HR), Real Estate (RE) und weiteren Unternehmensfunktionen voraus. Klar definierte Verantwortlichkeiten, abgestimmte Prozesse und verbindliche Governance-Strukturen stellen sicher, dass Arbeitsplätze, technische Infrastruktur, Mitarbeitendenbedürfnisse und Immobilienstrategien gemeinsam auf die Unternehmensziele ausgerichtet werden.

Bereichsübergreifende Zusammenarbeit klar strukturieren

Zweck der FM-IT-Schnittstelle

Die Schnittstelle zwischen Facility Management und IT stellt sicher, dass die physische Arbeitsumgebung und die digitale Infrastruktur als zusammenhängendes System geplant, betrieben und weiterentwickelt werden. Moderne Büros sind auf stabile Stromversorgung, geeignete Kühlung, sichere Technikräume, leistungsfähige Netzwerke, funktionierende Konferenztechnik und integrierte Gebäudesysteme angewiesen. Störungen in einem dieser Bereiche können unmittelbar die Arbeitsfähigkeit der Mitarbeitenden und die Geschäftskontinuität beeinträchtigen.

FM und IT müssen deshalb ihre Anforderungen bereits während der Bedarfsplanung, Flächengestaltung und Projektentwicklung abstimmen. Die Verantwortungsgrenzen zwischen Gebäudeinfrastruktur, betriebstechnischen Systemen, IT-Netzwerken und digitalen Anwendungen sind eindeutig festzulegen. Dies gilt insbesondere für Systeme, bei denen betriebliche Gebäudetechnik und Informationstechnologie zusammenwirken, beispielsweise bei intelligenten Gebäudesteuerungen, Raumbuchungssystemen, Zutrittslösungen, Belegungssensoren und audiovisueller Technik.

Zentrale Kooperationsbereiche

Bereich

Verantwortlichkeiten des FM

Verantwortlichkeiten der IT

Arbeitsplatzinfrastruktur

Bereitstellung und Betrieb von Flächen, Stromversorgung, Kühlung, Technikräumen, Kabelwegen und baulichen Voraussetzungen

Planung, Installation und Betrieb von IT-Hardware, Netzwerkkomponenten, Endgeräten und Kommunikationsinfrastruktur

Besprechungs- und Kollaborationsbereiche

Betrieb und Instandhaltung der Räume, Möblierung, Beleuchtung, Akustik, Reinigung und allgemeine Raumfunktion

Bereitstellung, Konfiguration und Support für audiovisuelle Systeme, Videokonferenztechnik und digitale Kollaborationsplattformen

Smart-Building-Systeme

Betrieb der Gebäudeautomation, Sensorik und technischen Anlagen sowie Koordination der technischen Dienstleister

Integration in IT-Netzwerke und Datenplattformen sowie Festlegung von Anforderungen an Informationssicherheit, Zugriffssteuerung und Systemverfügbarkeit

Unterstützung der Geschäftskontinuität

Sicherstellung der Betriebsbereitschaft des Gebäudes, Notfallorganisation, Wiederherstellung kritischer Versorgungsleistungen und Bereitstellung alternativer Arbeitsbereiche

Schutz von Daten und IT-Systemen, Datensicherung, Wiederanlauf technischer Dienste und Umsetzung der IT-Notfallplanung

Technologieeinführungen

Koordination baulicher Arbeiten, physischer Installationen, Zugänge, Genehmigungen, Sicherheitsmaßnahmen und Ausführungszeiten

Auswahl, Bereitstellung, Konfiguration, Prüfung und Freigabe der technischen Lösung

Arbeitsplatzinfrastruktur: FM stellt die baulichen und technischen Voraussetzungen bereit, die für einen zuverlässigen IT-Betrieb erforderlich sind. Dazu gehören ausreichende elektrische Kapazitäten, geeignete Steckdosen- und Anschlusskonzepte, gesicherte Server- und Verteilerräume, Kabeltrassen, Brandschutzmaßnahmen sowie definierte Kühl- und Temperaturbedingungen. Die IT liefert Angaben zu Anschlussleistungen, Wärmelasten, Netzwerkabdeckung, Rack-Anforderungen und Redundanzbedarf. Änderungen an der Arbeitsplatzbelegung oder an der technischen Ausstattung müssen gemeinsam bewertet werden, da zusätzliche Geräte Auswirkungen auf Stromversorgung, Kühlung und Netzwerkleistung haben können.

Die Übergabepunkte zwischen Gebäudeversorgung und IT-Infrastruktur sind schriftlich zu dokumentieren. So muss beispielsweise eindeutig festgelegt sein, ob FM oder IT für unterbrechungsfreie Stromversorgungen, Stromverteiler innerhalb von IT-Racks, spezielle Kühlgeräte oder Umweltüberwachung in Technikräumen zuständig ist.

Besprechungs- und Kollaborationsbereiche: FM verantwortet die Nutzbarkeit und den physischen Zustand der Räume. Dazu zählen Möblierung, Beleuchtung, Akustik, Belüftung, Reinigung, Beschilderung und die Zugänglichkeit der Räume. Die IT stellt sicher, dass Bildschirme, Kameras, Mikrofone, Lautsprecher, Bedienpanels, Verkabelung und Konferenzplattformen ordnungsgemäß funktionieren.

Für Besprechungsräume ist ein abgestimmtes Supportmodell festzulegen. Es muss erkennbar sein, welche Störungen der zentrale Service Desk aufnimmt, welche Probleme durch den FM-Dienstleister behoben werden und wann eine Eskalation an den IT-Support oder einen spezialisierten Anbieter erfolgt. Wiederkehrende Fehler, beispielsweise Verbindungsprobleme oder Bedienungsprobleme, sollten gemeinsam analysiert und durch technische Standardisierung, verständliche Anleitungen oder Nutzerschulungen reduziert werden.

Smart-Building-Systeme: Smart-Building-Lösungen verbinden Gebäudeautomation, Sensorik, Analyseplattformen und digitale Arbeitsplatzdienste. FM ist für den funktionalen Betrieb der gebäudetechnischen Systeme und die Steuerung der technischen Dienstleister verantwortlich. Die IT stellt die sichere Netzwerkanbindung, Systemintegration, Benutzer- und Zugriffsverwaltung sowie die Einhaltung der unternehmensweiten Sicherheitsvorgaben sicher.

Für vernetzte Betriebstechnik sind gemeinsame Regeln zu Netzwerksegmentierung, Fernzugriff, Softwareaktualisierungen, Datenspeicherung, Schnittstellen und Störungsmanagement erforderlich. Alle relevanten Komponenten sollten in geeigneten Anlagen- und Systemverzeichnissen geführt werden. Dabei sind technische Eigentümerschaft, Wartungsverantwortung, Vertragslaufzeiten, Softwarestände und Abhängigkeiten zu anderen Systemen zu dokumentieren.

Unterstützung der Geschäftskontinuität: FM und IT müssen die Abhängigkeiten zwischen Gebäudebetrieb und digitalen Diensten gemeinsam bewerten. FM plant unter anderem den Umgang mit Stromausfällen, Wasserschäden, Ausfällen der Kühlung, eingeschränktem Gebäudezugang und der Nichtverfügbarkeit von Arbeitsflächen. Die IT plant den Schutz und die Wiederherstellung von Netzwerken, Anwendungen, Daten und Kommunikationsdiensten.

Notfallpläne müssen gemeinsame Prioritäten enthalten. Beispielsweise ist festzulegen, welche Technikräume zuerst wieder versorgt werden, welche Arbeitsbereiche für kritische Funktionen verfügbar bleiben müssen und welche Gebäudesysteme für den sicheren IT-Betrieb erforderlich sind. Gemeinsame Übungen helfen dabei, unklare Zuständigkeiten und technische Abhängigkeiten frühzeitig zu erkennen.

Technologieeinführungen: Bei der Einführung neuer Arbeitsplatztechnologien koordiniert FM die räumlichen und baulichen Voraussetzungen. Dazu gehören Installationsflächen, Montagearbeiten, Strom- und Datenanschlüsse, Zugang für Techniker, Schutzmaßnahmen während der Arbeiten und die Abstimmung mit dem laufenden Bürobetrieb. Die IT verantwortet die technische Konfiguration, Integration, Funktionsprüfung und Freigabe.

Vor der Inbetriebnahme sollten gemeinsame Abnahmekriterien definiert werden. Diese umfassen nicht nur die technische Funktion, sondern auch Bedienbarkeit, Arbeitssicherheit, Wartungszugang, Dokumentation, Kennzeichnung und die Übergabe an den späteren Betrieb.

Koordinationsmechanismen

  • Gemeinsame Planung von Arbeitsplatztechnologieprojekten: FM und IT sollten Anforderungen, Budgetannahmen, technische Abhängigkeiten, Projekttermine und betriebliche Auswirkungen gemeinsam bewerten. Bei Neubauten, Umbauten und Standortveränderungen sind beide Funktionen frühzeitig in Planung und Freigabe einzubeziehen.

  • Abgestimmte Wartungspläne für integrierte Systeme: Wartungen an Stromversorgung, Kühlung, Gebäudeautomation, Netzwerken oder Konferenztechnik können voneinander abhängige Systeme beeinflussen. Wartungsfenster, Abschaltungen, Testverfahren und Rückfallmaßnahmen sind deshalb gemeinsam zu planen.

  • Koordiniertes Störungs- und Eskalationsmanagement: Für Störungen mit unklarer Ursache muss ein gemeinsamer Ablauf bestehen. Dieser sollte Erstdiagnose, Zuständigkeitszuweisung, Priorisierung, Eskalationsstufen, Kommunikation mit den Nutzenden und Dokumentation der Fehlerursache regeln.

  • Abstimmung von Arbeitsplatztechnologiestandards: FM und IT sollten verbindliche Standards für Raumtypen, technische Ausstattung, Verkabelung, Stromversorgung, Netzwerkanbindung, Bedienkonzepte und Supportfähigkeit festlegen. Standardisierung vereinfacht Wartung, Ersatzteilhaltung, Nutzerschulung und standortübergreifenden Support.

Die Zusammenarbeit sollte durch eine aktuelle Verantwortungsmatrix, einen gemeinsamen Systembestand, definierte Service-Level und dokumentierte Übergabepunkte unterstützt werden. Änderungen an integrierten Systemen dürfen nur über abgestimmte Änderungsverfahren erfolgen.

Zweck der FM-HR-Schnittstelle

Die Schnittstelle zwischen Facility Management und Human Resources dient der Gestaltung einer Arbeitsumgebung, die Leistungsfähigkeit, Gesundheit, Engagement, Zusammenarbeit und Unternehmenskultur unterstützt. HR verfügt über Informationen zu Personalentwicklung, Organisationsstrukturen, Arbeitsmodellen und Mitarbeitendenbedürfnissen. FM übersetzt diese Anforderungen in räumliche, technische und betriebliche Lösungen.

Eine wirksame Zusammenarbeit verhindert sowohl Flächenengpässe als auch dauerhaft ungenutzte Kapazitäten. Sie stellt außerdem sicher, dass Arbeitsplätze rechtzeitig verfügbar sind, betriebliche Regelungen praktisch umgesetzt werden können und Anforderungen an Gesundheit, Barrierefreiheit und Inklusion im Büroalltag berücksichtigt werden.

Zentrale Kooperationsbereiche

Bereich

Verantwortlichkeiten des FM

Verantwortlichkeiten von HR

Arbeitsplatzplanung

Bereitstellung, Gestaltung und Verwaltung von Arbeitsplätzen und unterstützenden Flächen

Bereitstellung von Personalplanungen, Organisationsdaten und Anforderungen aus Arbeitsmodellen

Onboarding von Mitarbeitenden

Rechtzeitige Bereitstellung von Arbeitsplatz, Ausstattung, Zugangsvoraussetzungen und relevanten Gebäudeservices

Steuerung des Onboarding-Prozesses, Bereitstellung vollständiger Eintrittsdaten und Information der neuen Mitarbeitenden

Gesundheit und Wohlbefinden

Sicherstellung geeigneter Arbeitsplatzbedingungen, ergonomischer Lösungen, Sauberkeit, Raumqualität und betrieblicher Angebote

Entwicklung von Gesundheitsprogrammen, Unterstützungsangeboten und Maßnahmen zur Förderung des Wohlbefindens

Arbeitsplatzrichtlinien

Betriebliche Umsetzung und Überwachung von Regeln zur Nutzung der Arbeitsumgebung

Entwicklung, Freigabe und Kommunikation der mitarbeiterbezogenen Richtlinien

Barrierefreiheit und Inklusion

Herstellung und Erhaltung der physischen Zugänglichkeit und Nutzbarkeit der Einrichtungen

Definition von Anforderungen an Vielfalt, Gleichbehandlung, Inklusion und individuelle Anpassungen

Arbeitsplatzplanung: HR stellt belastbare Informationen zu Personalbestand, geplanten Einstellungen, organisatorischen Veränderungen, Anwesenheitsmodellen und Teamstrukturen bereit. FM verwendet diese Daten für Kapazitätsplanung, Flächenzuordnung, Arbeitsplatzkonzepte und die Planung gemeinschaftlich genutzter Bereiche.

Bei hybriden Arbeitsmodellen sollte nicht allein die Gesamtzahl der Beschäftigten als Planungsgrundlage verwendet werden. Entscheidend sind tatsächliche Anwesenheitsmuster, Spitzenbelegung, Teamtage, Tätigkeitsprofile und der Bedarf an Besprechungs-, Fokus- und Kollaborationsflächen. FM sollte Belegungs- und Nutzungsdaten regelmäßig mit den Planungsannahmen von HR vergleichen.

Personenbezogene HR-Daten sind dabei nur im erforderlichen Umfang zu verwenden. Für Belegungsanalysen sollten nach Möglichkeit zusammengefasste oder anonymisierte Daten genutzt werden. Zugriff, Aufbewahrung und Weitergabe müssen klar geregelt sein.

Onboarding von Mitarbeitenden: Damit neue Mitarbeitende vom ersten Arbeitstag an arbeitsfähig sind, muss HR vollständige und rechtzeitige Informationen an FM und weitere beteiligte Funktionen übermitteln. Dazu gehören Eintrittsdatum, Standort, Organisationseinheit, Arbeitsplatzbedarf, besondere Zugangsanforderungen und gegebenenfalls notwendige Anpassungen des Arbeitsplatzes.

FM sorgt dafür, dass der Arbeitsplatz oder die entsprechende flexible Arbeitsmöglichkeit verfügbar, sauber, sicher und nutzbar ist. Je nach Organisationsmodell können außerdem Schließfach, Parkplatz, Gebäudeausweis, Beschilderung, Orientierungshilfen oder spezifische Ausstattung erforderlich sein. Die Zuständigkeit für einzelne Leistungen ist in einer Onboarding-Checkliste mit verbindlichen Vorlaufzeiten festzuhalten.

Gesundheit und Wohlbefinden: FM beeinflusst das Wohlbefinden durch Raumtemperatur, Luftqualität, Beleuchtung, Akustik, Sauberkeit, ergonomische Möblierung, Rückzugsmöglichkeiten und die Qualität von Sanitär-, Pausen- und Verpflegungsbereichen. Beschwerden über die Arbeitsumgebung müssen systematisch aufgenommen, geprüft und dokumentiert werden.

HR entwickelt ergänzende Programme, beispielsweise Gesundheitsförderung, psychosoziale Unterstützung, Schulungen, Bewegungsangebote oder Beratungsleistungen. Beide Funktionen sollten sicherstellen, dass Programme und räumliche Voraussetzungen zusammenpassen. Ein Angebot zur Förderung konzentrierten Arbeitens ist beispielsweise nur wirksam, wenn geeignete ruhige Bereiche tatsächlich zur Verfügung stehen.

Arbeitsplatzrichtlinien: HR entwickelt Richtlinien zu Arbeitsmodellen, Anwesenheit, Verhalten, Gleichbehandlung und Nutzung gemeinsamer Ressourcen. FM bewertet deren praktische Umsetzbarkeit und überführt sie in betriebliche Abläufe, Raumregeln, Buchungsvorgaben, Beschilderung und Serviceprozesse.

Richtlinien müssen eindeutig, verständlich und im täglichen Betrieb kontrollierbar sein. Regeln zur Arbeitsplatzbuchung sollten beispielsweise festlegen, wann Reservierungen verfallen, wie nicht genutzte Arbeitsplätze freigegeben werden und welche Bereiche bestimmten Tätigkeiten vorbehalten sind. HR verantwortet die arbeitsbezogene Kommunikation, während FM die operative Umsetzung unterstützt.

Barrierefreiheit und Inklusion: FM stellt sicher, dass Zugänge, Verkehrswege, Türen, Aufzüge, Sanitärbereiche, Arbeitsplätze, Besprechungsräume und Gemeinschaftsflächen möglichst selbstständig und sicher genutzt werden können. Auch verständliche Orientierungssysteme, geeignete Kontraste, akustische Bedingungen und flexibel anpassbare Möblierung sind zu berücksichtigen.

HR definiert die organisatorischen Anforderungen und koordiniert individuelle Anpassungsbedarfe. Informationen zu persönlichen Einschränkungen oder gesundheitlichen Anforderungen sind vertraulich zu behandeln. FM sollte nur die Informationen erhalten, die zur Umsetzung der erforderlichen räumlichen oder technischen Maßnahme notwendig sind.

Koordinationsmechanismen

  • Regelmäßige Überprüfung des Personal- und Flächenbedarfs: HR und FM sollten Personalprognosen, Anwesenheitsmuster, Organisationsveränderungen und verfügbare Kapazitäten in einem festgelegten Rhythmus vergleichen. Abweichungen sind frühzeitig in Flächen- oder Belegungsmaßnahmen zu überführen.

  • Gemeinsame Initiativen zur Arbeitsplatzqualität: Befragungen, Nutzungsanalysen, Beobachtungen und Serviceinformationen sollten gemeinsam ausgewertet werden. Maßnahmen können Raumkonzepte, Ausstattung, Orientierung, Verpflegung, Reinigungsqualität oder die Unterstützung hybrider Zusammenarbeit betreffen.

  • Koordination von Gesundheits-, Sicherheits- und Wohlfühlprogrammen: Programme müssen mit den tatsächlichen Bedingungen im Gebäude abgestimmt werden. Verantwortlichkeiten für Kommunikation, Durchführung, Dokumentation und Erfolgskontrolle sind vorab festzulegen.

  • Abstimmung von Arbeitsplatzrichtlinien mit betrieblichen Anforderungen: Vor der Einführung neuer Regelungen sollte FM prüfen, ob ausreichende Flächen, Systeme, Ressourcen und Kontrollmöglichkeiten vorhanden sind. HR sollte sicherstellen, dass die Regelungen verständlich kommuniziert und von Führungskräften einheitlich angewendet werden.

Für wiederkehrende Prozesse sollten feste Ansprechpartner, Datenaustauschtermine, Vorlaufzeiten und Eskalationswege definiert werden. Änderungen mit Auswirkungen auf Mitarbeitende sind gemeinsam zu kommunizieren, damit organisatorische Aussagen und tatsächliche Bedingungen am Standort übereinstimmen.

Zweck der FM-RE-Schnittstelle

Die Schnittstelle zwischen Facility Management und Real Estate stellt sicher, dass Immobilienentscheidungen den betrieblichen Bedarf erfüllen und gleichzeitig Kosten, Wert, Flexibilität und langfristige Leistungsfähigkeit des Portfolios berücksichtigen. RE verantwortet in der Regel die Immobilien- und Portfoliostrategie, während FM detaillierte Informationen aus dem täglichen Betrieb bereitstellt.

Die Zusammenarbeit verbindet strategische Immobilienentscheidungen mit der praktischen Nutzbarkeit der Standorte. Dadurch können Entscheidungen über Anmietung, Verlängerung, Erweiterung, Verdichtung, Umbau, Verlagerung oder Aufgabe von Flächen auf belastbaren Betriebsdaten beruhen.

Zentrale Kooperationsbereiche

Bereich

Verantwortlichkeiten des FM

Verantwortlichkeiten von RE

Flächennutzung

Erfassung und Bewertung von Belegung, Nutzung, Kapazität und Arbeitsplatzleistung

Entwicklung der Portfolio-, Standort- und Flächenstrategie

Unterstützung von Mietverhältnissen

Bereitstellung betrieblicher Anforderungen und Prüfung der Nutzbarkeit von Flächen

Verhandlung, Abschluss, Verwaltung und strategische Steuerung von Mietverträgen

Investitionsprojekte

Definition betrieblicher Anforderungen, Unterstützung der Planung und Herstellung der Betriebsbereitschaft

Steuerung von Erwerb, Entwicklung, größeren Investitionen, Verwertung und Aufgabe von Immobilien

Arbeitsplatzveränderungen

Umsetzung von Umbauten, Umzügen und betrieblichen Anpassungen

Strategische Planung und Genehmigung langfristiger Immobilien- und Standortveränderungen

Anlagen- und Immobilienleistung

Steuerung der operativen Leistung, Instandhaltung, Verfügbarkeit und Servicequalität

Bewertung von Immobilienwert, Investitionswirkung, Portfoliobeitrag und langfristiger Wirtschaftlichkeit

Flächennutzung: FM erfasst, wie Flächen tatsächlich genutzt werden. Dazu können Zugangsdaten, Buchungsdaten, Sensorinformationen, manuelle Belegungsstudien und Rückmeldungen der Nutzenden eingesetzt werden. Dabei ist zwischen Kapazität, Belegung und Nutzung zu unterscheiden. Ein Arbeitsplatz kann formal belegt sein, obwohl er nur selten tatsächlich genutzt wird.

RE verwendet diese Informationen für Entscheidungen über Portfoliogröße, Standortstruktur, Mietvertragsoptionen und zukünftige Arbeitsplatzmodelle. Die Daten sollten mit Personalprognosen und betrieblichen Anforderungen kombiniert werden. Einzelne Messungen sind nicht ausreichend. Entscheidend sind längerfristige Muster, Spitzenauslastungen, saisonale Veränderungen und unterschiedliche Anforderungen der Geschäftsbereiche.

Unterstützung von Mietverhältnissen: FM liefert betriebliche Anforderungen an Gebäude, Flächen und Vermieterleistungen. Dazu gehören technische Kapazitäten, Betriebszeiten, Sicherheitsanforderungen, Zugänglichkeit, Instandhaltungszustand, Reinigungsleistungen, Ver- und Entsorgung sowie Anforderungen an Ausbau und Übergabe.

RE überführt diese Anforderungen in die Mietvertragsstrategie und die Verhandlungen mit Eigentümern oder Vermietern. Dabei muss eindeutig geregelt werden, welche Leistungen durch den Vermieter erbracht werden, welche Kosten zusätzlich anfallen, welche Reaktionszeiten gelten und wer für Reparaturen, Prüfungen, Umbauten und Wiederherstellungsverpflichtungen verantwortlich ist.

FM sollte außerdem die Einhaltung betrieblicher Vermieterpflichten überwachen und Abweichungen dokumentieren. RE führt die vertragliche Kommunikation und setzt berechtigte Ansprüche durch.

Investitionsprojekte: Bei Erwerb, Neubau, Ausbau oder umfassender Modernisierung stellt FM sicher, dass die zukünftige Immobilie effizient betrieben und instand gehalten werden kann. FM definiert Anforderungen an Zugänglichkeit technischer Anlagen, Standardisierung, Ersatzteilverfügbarkeit, Wartungsflächen, Reinigbarkeit, Energieverbrauch, Sicherheit und Betriebsdokumentation.

RE verantwortet die strategische und wirtschaftliche Begründung des Projekts sowie die Abstimmung mit der Portfolioplanung. Entscheidungen sollten nicht nur auf Bau- oder Anschaffungskosten beruhen. Auch langfristige Betriebs-, Wartungs-, Energie- und Erneuerungskosten sind zu berücksichtigen.

Vor Projektabschluss benötigt FM eine strukturierte Übergabe. Dazu gehören Bestandsunterlagen, Prüfprotokolle, Bedienungs- und Wartungsanleitungen, Garantien, Anlagenkennzeichnungen, Ersatzteile, Schulungen und vollständige Daten für Anlagen- und Wartungssysteme. Offene Mängel müssen mit Verantwortlichen und Fristen erfasst werden.

Arbeitsplatzveränderungen: RE bestimmt, welche Standorte oder Flächen langfristig verändert werden sollen. FM plant und realisiert die betriebliche Umsetzung, beispielsweise Umzüge, Flächenumbauten, neue Belegungskonzepte oder die Anpassung von Serviceleistungen.

Jede Veränderung sollte Auswirkungen auf Arbeitssicherheit, Gebäudekapazität, Reinigung, Sicherheit, IT, Brandschutz, Wegeführung, Akustik und technische Versorgung berücksichtigen. Während der Umsetzung ist der laufende Betrieb so weit wie möglich aufrechtzuerhalten. Betroffene Mitarbeitende und Geschäftsbereiche benötigen rechtzeitige und konsistente Informationen.

Anlagen- und Immobilienleistung: FM stellt Betriebsdaten bereit, darunter Betriebskosten, Energie- und Wasserverbrauch, Anlagenverfügbarkeit, Wartungsrückstände, Störungshäufigkeit, Flächenleistung, Servicequalität und Nutzerzufriedenheit. Diese Informationen zeigen, ob eine Immobilie den betrieblichen Bedarf zuverlässig und wirtschaftlich erfüllt.

RE bewertet zusätzlich Wertentwicklung, Vertragsposition, Investitionsbedarf und strategische Bedeutung der Immobilie. Gemeinsam sollten FM und RE entscheiden, ob technische Mängel durch Instandsetzung, Modernisierung, Vertragsmaßnahmen, Flächenveränderung oder einen Standortwechsel behoben werden.

Koordinationsmechanismen

  • Überprüfungen der Portfolioplanung: FM bringt Informationen zu Zustand, Betriebsrisiken, Kapazität, Nutzeranforderungen und erforderlichen Investitionen ein. RE verbindet diese Daten mit Markt-, Vertrags- und Portfoliobetrachtungen.

  • Berichterstattung zu Belegung und Nutzung: Berichte sollten einheitliche Definitionen, Datenquellen und Messzeiträume verwenden. Neben Durchschnittswerten sind Spitzenbelegung, Bereichsunterschiede und Datenqualität darzustellen.

  • Projekte zur Arbeitsplatztransformation: FM und RE sollten gemeinsam Zielbild, Flächenstandards, Betriebsmodell, Investitionsbedarf, Nutzeranforderungen und Erfolgskriterien festlegen. IT und HR sind abhängig vom Projektumfang einzubeziehen.

  • Planung von Umzügen und Erweiterungen: Für Standortwechsel und Erweiterungen sind Entscheidungszeitpunkte, Flächenübergaben, Ausbauarbeiten, technische Inbetriebnahmen, Umzugsphasen und Betriebsaufnahme integriert zu planen.

Für größere Immobilienentscheidungen sollte eine gemeinsame Wirtschaftlichkeitsbetrachtung erstellt werden, die Investitionskosten, laufende Betriebskosten, Risiken, Flexibilität und erwartete Nutzungsdauer berücksichtigt.

Zweck zusätzlicher funktionaler Schnittstellen

Facility Management arbeitet mit weiteren Unternehmensfunktionen zusammen, um einen wirtschaftlichen, sicheren, regelkonformen und bedarfsgerechten Bürobetrieb zu gewährleisten. Da FM-Leistungen regelmäßig Budgets, Verträge, Sicherheitsvorgaben, Nachhaltigkeitsziele und direkte Anforderungen der Geschäftsbereiche betreffen, müssen diese Schnittstellen in die regulären Planungs- und Steuerungsprozesse eingebunden werden.

Funktionale Beziehungen

Funktion

Schwerpunkt der Schnittstelle

Finance

Budgetplanung, Kostenkontrolle, Prognosen, Rückstellungen, Kostenverteilung und Finanzberichterstattung

Procurement

Beschaffung, Ausschreibung, Vertragsgestaltung, Lieferantenauswahl und Lieferantenmanagement

Security

Zutrittskontrolle, physische Sicherheit, Besuchermanagement, Schutz kritischer Bereiche und Notfallreaktion

Legal und Compliance

Einhaltung gesetzlicher, regulatorischer und vertraglicher Verpflichtungen

Sustainability

Umweltleistung, Energie- und Ressourcenmanagement sowie Umsetzung von Nachhaltigkeitsinitiativen

Geschäftsbereiche

Ermittlung von Arbeitsplatzanforderungen, Abstimmung von Servicebedarfen und operative Unterstützung

Finance: FM erstellt Betriebs- und Investitionsbudgets auf Grundlage von Verträgen, Wartungsplänen, Verbrauchsdaten, Personalbedarf, Anlagenzustand und geplanten Projekten. Finance stellt Budgetvorgaben, Kontierungsregeln, Prognoseverfahren und Berichtsanforderungen bereit.

Kostenabweichungen müssen nachvollziehbar erläutert werden. Dazu sollten Mengen-, Preis- und Leistungsänderungen getrennt betrachtet werden. FM und Finance sollten außerdem festlegen, wie gemeinsame Gebäudekosten auf Standorte, Kostenstellen oder Geschäftsbereiche verteilt werden und welche Nachweise für Rückstellungen und Abgrenzungen erforderlich sind.

Procurement: FM definiert den fachlichen Leistungsumfang, Qualitätsanforderungen, Mengen, Reaktionszeiten und betriebliche Rahmenbedingungen für externe Dienstleistungen. Procurement führt den Beschaffungsprozess, unterstützt die Marktbewertung, stellt die Einhaltung interner Einkaufsregeln sicher und verhandelt wirtschaftliche sowie vertragliche Bedingungen.

Dienstleistungsverträge sollten messbare Leistungen, klare Verantwortlichkeiten, Berichtsanforderungen, Eskalationsverfahren, Preisänderungsmechanismen und Regelungen zur Leistungsbeendigung enthalten. Nach der Vergabe bleibt FM für die operative Steuerung und Leistungsbewertung des Dienstleisters verantwortlich, während Procurement bei wesentlichen Vertragsänderungen oder Leistungsproblemen unterstützt.

Security: FM und Security koordinieren Zutrittssysteme, Besucherprozesse, Schließanlagen, Sicherheitszentralen, Beleuchtung, Schutzbereiche und die Reaktion auf Notfälle. Die Aufgabenverteilung hängt vom Organisationsmodell ab, muss jedoch eindeutig dokumentiert sein.

FM kann für die technische Verfügbarkeit und Wartung von Türen, Schranken, Kamerainfrastruktur oder Stromversorgung verantwortlich sein, während Security Sicherheitsregeln, Berechtigungsmodelle, Überwachung und Reaktionsprozesse steuert. Änderungen an Raumaufteilungen oder Nutzungen sind vor Umsetzung auf mögliche Sicherheitsauswirkungen zu prüfen.

Legal und Compliance: FM stellt sicher, dass betriebliche Prüfungen, Genehmigungen, Dokumentationen und vertragliche Verpflichtungen im Facility-Bereich termingerecht bearbeitet werden. Legal und Compliance beraten bei rechtlichen Fragen, Vertragsrisiken, behördlichen Anforderungen und internen Kontrollvorgaben.

Verantwortlichkeiten für die Pflege von Nachweisen, die Überwachung von Fristen und die Bearbeitung von Feststellungen müssen festgelegt werden. Bei Abweichungen sind Sofortmaßnahmen, Ursachenanalyse, Korrekturplan und Eskalation zu dokumentieren.

Sustainability: FM liefert einen wesentlichen Teil der Daten und Maßnahmen zur Verbesserung der Umweltleistung von Büros. Dazu gehören Energie- und Wasserverbrauch, Abfallmengen, Betriebszeiten, technische Optimierung, Reinigungsmittel, Beschaffung betrieblicher Materialien und die Unterstützung nachhaltiger Mobilität.

Die Sustainability-Funktion legt Ziele, Berechnungsmethoden, Berichtsanforderungen und strategische Programme fest. FM setzt geeignete Maßnahmen im Betrieb um und überprüft deren Wirkung. Einsparungen sollten anhand belastbarer Ausgangswerte und nachvollziehbarer Messmethoden bewertet werden.

Geschäftsbereiche: Geschäftsbereiche definieren ihre betrieblichen Anforderungen, beispielsweise Teamgrößen, Anwesenheitsmuster, Kundenkontakte, Vertraulichkeit, besondere technische Ausstattung oder verlängerte Betriebszeiten. FM bewertet diese Anforderungen und entwickelt eine Lösung innerhalb der verfügbaren Flächen, Budgets, Standards und Sicherheitsvorgaben.

Anforderungen sollten über einen strukturierten Prozess eingereicht, priorisiert und genehmigt werden. Individuelle Sonderlösungen sind gegen ihre Kosten, Auswirkungen auf andere Nutzende und langfristige Betriebsfähigkeit abzuwägen.

Anforderungen an die Zusammenarbeit

  • Serviceplanung und Ressourcenzuweisung: Leistungsumfang, Nachfrage, verfügbare Kapazitäten und Prioritäten müssen gemeinsam bewertet werden. Ressourcen sollten entsprechend Geschäftsrelevanz, Risiko und vereinbartem Serviceniveau eingesetzt werden.

  • Koordination von Budget und Ausgaben: Geplante und tatsächliche Ausgaben sind regelmäßig abzugleichen. Änderungen an Umfang, Preis oder Zeitplan müssen dokumentiert und gemäß den geltenden Genehmigungsregeln freigegeben werden.

  • Überwachung und Berichterstattung zur Compliance: Verpflichtungen, Prüftermine, Genehmigungen, Feststellungen und Korrekturmaßnahmen sollten in einem nachvollziehbaren Kontrollsystem erfasst werden. Kritische Abweichungen sind unverzüglich zu eskalieren.

  • Initiativen zur kontinuierlichen Verbesserung: Leistungsdaten, Beschwerden, Störungen, Auditergebnisse und Lieferantenbewertungen sollten systematisch ausgewertet werden. Verbesserungsmaßnahmen benötigen Verantwortliche, Zieltermine und messbare Ergebnisse.

Zweck der Governance

Die funktionsübergreifende Governance schafft verbindliche Entscheidungs-, Verantwortungs- und Koordinationsstrukturen zwischen FM, IT, HR, RE und weiteren Supportfunktionen. Sie verhindert widersprüchliche Entscheidungen, unklare Zuständigkeiten und isolierte Projekte. Gleichzeitig stellt sie sicher, dass strategische Ziele in umsetzbare Maßnahmen überführt und deren Ergebnisse transparent überwacht werden.

Eine wirksame Governance definiert, wer Entscheidungen vorbereitet, wer zustimmt, wer die Umsetzung verantwortet und wer informiert werden muss. Entscheidungsrechte, finanzielle Freigaben und Eskalationswege sollten dem Umfang und Risiko des jeweiligen Themas entsprechen.

Governance-Struktur

Governance-Element

Funktion

Steuerungsausschüsse

Festlegung der strategischen Richtung, Priorisierung von Investitionen und Genehmigung bedeutender Initiativen

Funktionale Arbeitsgruppen

Abstimmung operativer Tätigkeiten, Standards, Abhängigkeiten und gemeinsamer Projekte

Service-Review-Meetings

Überwachung von Leistung, Servicequalität, Kosten, Risiken und vereinbarten Ergebnissen

Projekt-Governance-Teams

Steuerung von Arbeitsplatz-, Immobilien-, Technologie- und Transformationsprojekten

Eskalationskanäle

Zeitnahe Lösung von Konflikten, Risiken, Leistungsabweichungen und betrieblichen Störungen

Steuerungsausschüsse: Steuerungsausschüsse behandeln Themen mit strategischer, finanzieller oder organisationsweiter Bedeutung. Sie genehmigen Prioritäten, Zielbilder, Investitionen und wesentliche Änderungen. Die Mitglieder sollten über ausreichende Entscheidungsbefugnisse verfügen. Vorlagen müssen Entscheidungsbedarf, Optionen, Kosten, Risiken, Abhängigkeiten und empfohlene Maßnahmen eindeutig darstellen.

Funktionale Arbeitsgruppen: Arbeitsgruppen koordinieren die operative Vorbereitung und Umsetzung. Sie können sich beispielsweise mit Arbeitsplatzstandards, Kapazitätsplanung, Smart-Building-Systemen, Umzügen oder Serviceverbesserungen befassen. Jede Arbeitsgruppe benötigt einen klaren Auftrag, definierte Ergebnisse, verantwortliche Leitung und einen festgelegten Berichtsweg.

Service-Review-Meetings: Service-Reviews bewerten, ob vereinbarte Leistungen erreicht wurden. Neben Kennzahlen sollten Beschwerden, größere Störungen, Sicherheits- und Compliance-Themen, Budgetabweichungen, Lieferantenleistung und geplante Änderungen behandelt werden. Maßnahmen aus dem Review sind mit Verantwortlichen und Terminen zu dokumentieren.

Projekt-Governance-Teams: Projekt-Governance-Teams überwachen Umfang, Zeitplan, Budget, Qualität, Risiken, Änderungen und betriebliche Bereitschaft. FM, IT, HR und RE sollten abhängig von den Auswirkungen des Projekts vertreten sein. Die Freigabe zur Inbetriebnahme sollte nur erfolgen, wenn technische, betriebliche, personelle und kommunikative Voraussetzungen erfüllt sind.

Eskalationskanäle: Eskalationswege müssen festlegen, welche Themen auf welcher Ebene und innerhalb welcher Frist bearbeitet werden. Kritische Sicherheits-, Betriebs- oder Compliance-Risiken benötigen eine sofortige Eskalation. Bei weniger dringenden Konflikten sollte zunächst eine Lösung auf operativer Ebene versucht werden, bevor das Thema an höhere Entscheidungsgremien weitergegeben wird.

Rollen und Verantwortlichkeiten

Funktion

Primäre Governance-Verantwortung

Facility Management

Steuerung des Arbeitsplatzbetriebs, Koordination der Facility Services und Sicherstellung der betrieblichen Leistungsfähigkeit

Informationstechnologie

Steuerung der Technologiedienste, Informationssicherheit und Unterstützung des digitalen Arbeitsplatzes

Human Resources

Personalplanung, Mitarbeitendenerlebnis, arbeitsbezogene Richtlinien und organisatorische Veränderungsbegleitung

Real Estate

Immobilienstrategie, Standortentscheidungen, Portfoliomanagement und Steuerung wesentlicher Immobilienmaßnahmen

Weitere Funktionen

Fachspezifische Unterstützung, Compliance, finanzielle Steuerung, Beschaffung und Ausrichtung an den Geschäftsanforderungen

Facility Management: FM führt die betrieblichen Anforderungen zusammen und koordiniert Leistungen, die den physischen Arbeitsplatz betreffen. Dazu gehören Betriebsbereitschaft, Dienstleistersteuerung, Instandhaltung, Flächenservice, Arbeitsplatzqualität und die Umsetzung genehmigter Veränderungen. FM berichtet über Leistung, Risiken, Kosten und erforderliche Maßnahmen.

Informationstechnologie: Die IT verantwortet digitale Arbeitsplatzdienste, Netzwerke, Anwendungen, technische Standards und Informationssicherheit. Bei integrierten Gebäude- und Arbeitsplatzsystemen definiert sie die Anforderungen an sichere Anbindung, Zugriff, Datenverarbeitung, Support und technische Lebenszyklen.

Human Resources: HR stellt Personal- und Organisationsinformationen bereit und verantwortet Richtlinien sowie Maßnahmen, die das Mitarbeitendenerlebnis betreffen. HR sorgt dafür, dass Arbeitsplatzentscheidungen mit Arbeitsmodellen, Kultur, Inklusionszielen und Veränderungsprozessen übereinstimmen.

Real Estate: RE steuert die langfristige Entwicklung des Immobilienportfolios. Dazu gehören Standortstrategie, Mietvertragsentscheidungen, Erwerb, Verwertung, Investitionsplanung und die Bewertung von Flächenoptionen. RE berücksichtigt betriebliche Daten von FM und organisatorische Prognosen von HR.

Weitere Funktionen: Finance, Procurement, Security, Legal, Compliance, Sustainability und die Geschäftsbereiche bringen ihre jeweiligen Fachanforderungen ein. Ihre Beteiligung sollte sich nach Risiko, finanzieller Bedeutung, Vertragsauswirkung und Betroffenheit des Geschäftsbetriebs richten.

Zur Vermeidung von Überschneidungen sollte für wesentliche Prozesse eine Verantwortungsmatrix geführt werden. Sie sollte mindestens festlegen, wer die Ausführung übernimmt, wer die endgültige Verantwortung trägt, wer konsultiert wird und wer Informationen erhält.

Governance-Prozesse

  • Gemeinsame Planungs- und Überprüfungszyklen: Strategische Planung, Budgetierung, Personalplanung, Portfolioprüfung und operative Jahresplanung sollten zeitlich aufeinander abgestimmt werden. Annahmen und Abhängigkeiten sind gemeinsam zu dokumentieren und regelmäßig zu aktualisieren.

  • Funktionsübergreifende Entscheidungsverfahren: Für wiederkehrende Entscheidungen sollten Kriterien, erforderliche Informationen, Genehmigungsgrenzen und Entscheidungsrechte festgelegt sein. Entscheidungen sind in einem nachvollziehbaren Protokoll mit Begründung, Verantwortlichen und Umsetzungstermin zu erfassen.

  • Gemeinsame Leistungsmessung und Berichterstattung: Ein gemeinsamer Kennzahlenrahmen kann Serviceverfügbarkeit, Reaktions- und Behebungszeiten, Raum- und Technologieverfügbarkeit, Belegung, Flächennutzung, Betriebskosten, Energieverbrauch, Sicherheitsereignisse und Nutzerzufriedenheit umfassen. Definition, Datenquelle, Berichtszeitraum und verantwortliche Funktion müssen für jede Kennzahl eindeutig sein.

  • Risikoidentifikation und Eskalationsmanagement: Risiken sollten nach Wahrscheinlichkeit, Auswirkung, zeitlicher Dringlichkeit und bestehender Kontrolle bewertet werden. Für wesentliche Risiken sind Gegenmaßnahmen, Verantwortliche, Termine und Eskalationsschwellen festzulegen.

  • Kommunikations- und Veränderungskoordination: Veränderungen an Standorten, Arbeitsplätzen, Technologien oder Richtlinien benötigen einen abgestimmten Kommunikationsplan. Dieser sollte Zielgruppen, Kernbotschaften, Zeitpunkte, Kommunikationskanäle, Schulungsbedarf und Möglichkeiten für Rückmeldungen enthalten.

Governance-Dokumente, Entscheidungen, Maßnahmen und Leistungsberichte sollten zentral abgelegt, versioniert und für die jeweils verantwortlichen Funktionen zugänglich sein. Dadurch bleiben Entscheidungen nachvollziehbar und vereinbarte Maßnahmen können wirksam nachverfolgt werden.