Zum Inhalt springen
FM-Connect Chat

Hallo! Ich bin Ihr FM-Connect Chat-Assistent. Wie kann ich Ihnen helfen?

FM-Solutionmaker: Gemeinsam Facility Management neu denken

Arbeitsplatz- und Raumkennzahlen

Facility Management: Büroimmobilien » Grundlagen » Flächenlogik und Kennzahlen » Arbeitsplatz- und Raumkennzahlen

Arbeitsplatz- und Raumkennzahlen für effiziente Büroplanung nutzen

Arbeitsplatz- und Raumkennzahlen in Büros

Arbeitsplatz- und Raumkennzahlen bilden eine verlässliche Grundlage für die operative Steuerung und strategische Planung von Büroflächen. Sie zeigen, welche Kapazitäten vorhanden und verfügbar sind, wie intensiv Arbeitsplätze und Räume tatsächlich genutzt werden und ob das Flächenangebot den organisatorischen Anforderungen entspricht. Einheitliche Definitionen, konsistente Messverfahren und regelmäßig überwachte Leistungsindikatoren ermöglichen es dem Facility Management, Flächen bedarfsgerecht bereitzustellen, Nutzungskonflikte frühzeitig zu erkennen und Büroressourcen wirtschaftlich einzusetzen.

Kennzahlen für Arbeitsplätze und Räume

Zweck: Rolle der Arbeitsplatzkennzahlen im Büroflächenmanagement

Arbeitsplatzkennzahlen schaffen Transparenz über den Bestand, den Status und die tatsächliche Nutzung von Arbeitsplätzen. Sie unterscheiden zwischen der grundsätzlich vorhandenen Arbeitsplatzkapazität, fest zugeordneten Arbeitsplätzen, gemeinschaftlich genutzten Arbeitsplätzen, aktuell belegten Arbeitsplätzen und unmittelbar verfügbaren Arbeitsplätzen.

Diese Differenzierung ist erforderlich, weil die reine Anzahl physisch vorhandener Schreibtische keine verlässliche Aussage über die tatsächlich nutzbare Kapazität ermöglicht. Arbeitsplätze können beispielsweise aufgrund von Wartungsarbeiten, technischen Störungen, Umbauten, Sicherheitsbeschränkungen oder organisatorischen Reservierungen vorübergehend nicht verfügbar sein.

Unterstützung der Arbeitsplatzplanung und des Kapazitätsmanagements

Für eine belastbare Kapazitätsplanung muss das Facility Management die vorhandene Arbeitsplatzkapazität mit der erwarteten Anwesenheit der Beschäftigten vergleichen. Dabei sind unter anderem folgende Faktoren zu berücksichtigen:

  • Anzahl der Beschäftigten und externen Nutzer

  • Anwesenheitsmodelle und mobile Arbeitsregelungen

  • Team- und Abteilungsstrukturen

  • Teilzeitquoten und Schichtmodelle

  • saisonale Schwankungen

  • geplantes Personalwachstum oder organisatorische Veränderungen

  • spezielle Arbeitsplatzanforderungen, beispielsweise barrierefreie oder technisch besonders ausgestattete Arbeitsplätze

Arbeitsplatzkennzahlen unterstützen sowohl kurzfristige Entscheidungen, etwa die temporäre Öffnung zusätzlicher Bereiche, als auch langfristige Entscheidungen über Flächenerweiterungen, Standortkonsolidierungen oder die Einführung von Desk-Sharing-Konzepten.

Beitrag zur Analyse der Arbeitsplatznutzung

Durch die Verbindung von Kapazitäts-, Verfügbarkeits- und Belegungsdaten lässt sich feststellen, ob Arbeitsplätze tatsächlich bedarfsgerecht genutzt werden. Dabei muss zwischen einer Buchung und einer tatsächlichen Nutzung unterschieden werden. Ein reservierter, aber nicht genutzter Arbeitsplatz ist für andere Beschäftigte gegebenenfalls nicht verfügbar, obwohl keine Person anwesend ist.

Eine aussagekräftige Nutzungsanalyse berücksichtigt deshalb sowohl die tatsächliche Präsenz als auch Reservierungen, Sperrungen, nicht wahrgenommene Buchungen und zeitabhängige Nachfragespitzen.

Kategorien der Arbeitsplatzmessung

Kennzahlenkategorie

Beschreibung

Arbeitsplatzkapazität

Gesamtzahl der physisch vorhandenen, ergonomisch geeigneten und grundsätzlich nutzbaren Arbeitsplätze innerhalb des definierten Messbereichs

Zugeordnete Arbeitsplätze

Arbeitsplätze, die dauerhaft bestimmten Personen, Funktionen oder Organisationseinheiten zugewiesen sind

Gemeinschaftlich genutzte Arbeitsplätze

Nicht dauerhaft persönlich zugeordnete Arbeitsplätze, die von mehreren Beschäftigten nach festgelegten Regeln genutzt werden

Belegte Arbeitsplätze

Arbeitsplätze, die zum Messzeitpunkt tatsächlich durch anwesende Personen genutzt werden

Verfügbare Arbeitsplätze

Betriebsbereite, zugängliche und nach den geltenden Nutzungsregeln unmittelbar belegbare Arbeitsplätze

Für eine einheitliche Datenerfassung sollte jeder Arbeitsplatz im Flächen- oder Arbeitsplatzmanagementsystem über eine eindeutige Identifikation verfügen. Zu den relevanten Stammdaten gehören mindestens:

  • Gebäude, Geschoss und Bereich

  • Arbeitsplatztyp

  • organisatorische Zuordnung

  • persönlicher oder gemeinschaftlicher Nutzungsstatus

  • technische und ergonomische Ausstattung

  • Barrierefreiheit

  • betrieblicher Status

  • Buchbarkeit

  • zeitlich begrenzte Sperrungen

Bei Bench-Arbeitsplätzen oder zusammenhängenden Tischanlagen ist nicht das Möbelstück, sondern die Anzahl der vollständig ausgestatteten und ergonomisch nutzbaren Arbeitspositionen zu zählen. Ein Tisch mit vier funktionsfähigen Arbeitspositionen entspricht somit vier Arbeitsplätzen.

Vorübergehend gesperrte Arbeitsplätze sollten im Gesamtinventar erhalten bleiben, jedoch für den betreffenden Zeitraum nicht als betriebsbereite Kapazität gewertet werden. Dadurch können Bestandskapazität und operative Kapazität getrennt ausgewiesen werden.

Bewertung: Messung des Arbeitsplatzbelegungsniveaus

Die Arbeitsplatzbelegung kann über manuelle Begehungen, anonymisierte Präsenzsensoren, Arbeitsplatzbuchungssysteme, Zutrittsdaten oder andere geeignete Datenquellen erfasst werden. Die eingesetzten Verfahren müssen hinsichtlich Genauigkeit, Datenschutz, Messintervall und Datenverfügbarkeit dokumentiert sein.

Buchungsdaten bilden in erster Linie eine Nutzungsabsicht ab. Sie bestätigen nicht automatisch, dass der Arbeitsplatz tatsächlich genutzt wurde. Präsenzdaten sollten deshalb nach Möglichkeit separat ausgewertet oder mit Buchungsinformationen abgeglichen werden.

Ein punktueller Arbeitsplatzbelegungsgrad kann wie folgt berechnet werden:

Arbeitsplatzbelegungsgrad = tatsächlich belegte Arbeitsplätze ÷ betriebsbereite Arbeitsplätze × 100

Für eine periodenbezogene Auswertung werden mehrere Messzeitpunkte zusammengeführt:

Durchschnittlicher Belegungsgrad = Summe der belegten Arbeitsplatz-Messpunkte ÷ Summe der betriebsbereiten Arbeitsplatz-Messpunkte × 100

Neben dem Durchschnitt sind insbesondere der Spitzenwert, die Dauer hoher Belegung und die Verteilung der Belegung innerhalb des Gebäudes zu betrachten. Ein niedriger Tagesdurchschnitt kann einzelne Zeiträume mit sehr hoher Nachfrage verdecken.

Identifikation von Arbeitsplatznachfragemustern

Die Nachfrage sollte mindestens nach Wochentag, Tageszeit, Standort, Geschoss, Arbeitsplatztyp und Organisationseinheit ausgewertet werden. Je nach Betriebsmodell können weitere Merkmale wie Projektzugehörigkeit, Schicht, Veranstaltungszeitraum oder saisonale Geschäftsspitzen relevant sein.

Typische Nachfragemuster sind:

  • erhöhte Anwesenheit an bestimmten Wochentagen

  • starke Belegung während festgelegter Kernarbeitszeiten

  • Konzentration auf bevorzugte Bereiche oder Ausstattungsstandards

  • geringe Nutzung dezentraler oder weniger attraktiver Arbeitszonen

  • wiederkehrende Engpässe bei speziellen Arbeitsplatztypen

  • kurzfristige Nachfragespitzen aufgrund von Teamveranstaltungen oder Projektphasen

Für Kapazitätsentscheidungen sollte nicht ausschließlich der absolute Höchstwert eines einzelnen Tages verwendet werden. Belastbarer sind wiederkehrende Spitzen oder geeignete Perzentilwerte über einen repräsentativen Messzeitraum. Einmalige Sonderereignisse müssen gesondert gekennzeichnet werden.

Bewertung von Arbeitsplatzverfügbarkeit und tatsächlicher Nutzung

Verfügbarkeit und Nutzung müssen gemeinsam betrachtet werden:

  • Eine hohe Verfügbarkeit bei geringer Nutzung weist auf mögliche Überkapazitäten oder eine geringe Attraktivität bestimmter Bereiche hin.

  • Eine geringe Verfügbarkeit bei gleichzeitig hoher tatsächlicher Nutzung kann auf Kapazitätsengpässe hinweisen.

  • Eine geringe Verfügbarkeit bei niedriger tatsächlicher Nutzung kann durch nicht genutzte Reservierungen, dauerhafte Zuordnungen oder unnötige Sperrungen entstehen.

  • Eine ungleichmäßige Nutzung bei ausreichender Gesamtkapazität kann auf ungünstige Flächenverteilung, Ausstattungsunterschiede oder fehlende Informationen über freie Arbeitsplätze zurückzuführen sein.

Zusätzlich zu quantitativen Daten sollten betriebliche Rückmeldungen berücksichtigt werden, beispielsweise die durchschnittliche Suchzeit nach einem Arbeitsplatz, nicht erfüllte Buchungsanfragen, Beschwerden über fehlende Ausstattung oder häufige Wechsel zwischen Bereichen.

Zweck: Bedeutung der Raummessung für den Bürobetrieb

Raumkennzahlen zeigen, welche Räume vorhanden sind, wie viele Personen sie aufnehmen können, wann sie verfügbar sind und wie sie tatsächlich genutzt werden. Sie betreffen insbesondere Besprechungsräume, Projekträume, Schulungsräume, Fokus- und Rückzugsräume, Kreativbereiche sowie sonstige gemeinschaftlich genutzte Räume.

Eine vollständige Raumübersicht unterstützt den täglichen Bürobetrieb, die Buchungssteuerung, die Reinigungsplanung, die technische Betreuung, das Energiemanagement und die langfristige Flächenplanung.

Unterstützung der Raumzuordnung und Flächenplanung

Raumkennzahlen ermöglichen es, geeignete Räume nach Teilnehmerzahl, Nutzungsart, Dauer, technischer Ausstattung und erforderlichem Vertraulichkeitsniveau bereitzustellen. Sie helfen außerdem bei der Beantwortung folgender Fragen:

  • Sind genügend kleine, mittlere und große Räume vorhanden?

  • Entspricht die technische Ausstattung den tatsächlichen Nutzeranforderungen?

  • Werden große Räume regelmäßig von kleinen Gruppen belegt?

  • Bestehen Engpässe bei Fokus-, Schulungs- oder Videokonferenzräumen?

  • Können selten genutzte Räume umgewidmet oder flexibler gestaltet werden?

Verhältnis zwischen Raumangebot und Nutzernachfrage

Das Raumangebot darf nicht allein anhand der Gesamtzahl der Räume beurteilt werden. Entscheidend ist, ob Raumtypen, Größen, Ausstattung und verfügbare Zeiten mit der tatsächlichen Nachfrage übereinstimmen.

Ein Standort kann beispielsweise rechnerisch über ausreichend viele Besprechungsräume verfügen und dennoch wiederkehrende Engpässe aufweisen, wenn überwiegend große Räume vorhanden sind, die Nachfrage jedoch hauptsächlich Räume für zwei bis vier Personen betrifft.

Kategorien der Raummessung

Kennzahlenkategorie

Beschreibung

Anzahl der Räume

Gesamtbestand der innerhalb des definierten Bürobereichs erfassten und betrieblich nutzbaren Räume

Raumkapazität

Maximale Anzahl von Personen, die einen Raum entsprechend seiner genehmigten und betrieblichen Auslegung nutzen können

Raumbelegung

Tatsächliche Anzahl der in einem Raum anwesenden Personen beziehungsweise der aktuelle Nutzungsstatus

Raumverfügbarkeit

Zeit, in der ein Raum betriebsbereit, zugänglich und nach den geltenden Regeln für Nutzer verfügbar ist

Raumnutzung

Häufigkeit und Dauer der tatsächlichen Nutzung eines Raums

Jeder Raum sollte über eine eindeutige Raum-ID und einen gepflegten Stammdatensatz verfügen. Dieser sollte mindestens folgende Angaben enthalten:

  • Gebäude, Geschoss und Raumnummer

  • Raumtyp und vorgesehener Nutzungszweck

  • genehmigte und betriebliche Kapazität

  • mögliche Bestuhlungs- oder Nutzungsszenarien

  • Buchbarkeit und Zugangsregeln

  • Regelbetriebszeiten

  • technische Ausstattung

  • Barrierefreiheit

  • Sicherheits- und Vertraulichkeitsmerkmale

  • aktueller Betriebsstatus

Die betriebliche Raumkapazität kann niedriger als die baulich oder brandschutztechnisch maximal zulässige Personenzahl sein. Maßgeblich ist die niedrigste praktisch anwendbare Grenze, die sich beispielsweise aus Möblierung, Fluchtwegen, Lüftung, technischer Ausstattung oder der gewählten Raumkonfiguration ergibt.

Bei veränderbaren Raumlayouts ist die jeweils gültige Kapazität je Konfiguration zu dokumentieren. Ein Schulungsraum kann beispielsweise bei Reihenbestuhlung eine andere Kapazität besitzen als bei einer U-förmigen Anordnung.

Analyse: Überwachung von Raumbelegungsmustern

Die Raumnutzung sollte nach Raumtyp, Raumgröße, Tageszeit, Wochentag, Buchungsdauer und tatsächlicher Nutzungsdauer ausgewertet werden. Zusätzlich sind Teilnehmerzahl, Vorlaufzeit der Buchung, Stornierungen, nicht wahrgenommene Reservierungen und vorzeitig beendete Nutzungen relevant.

Eine zeitbezogene Raumnutzungsquote kann folgendermaßen berechnet werden:

Raumnutzungsquote = tatsächlich genutzte Raumzeit ÷ betriebsbereite und buchbare Raumzeit × 100

Die tatsächliche Nutzung sollte, soweit möglich, über Präsenzdaten oder verlässliche Check-in-Verfahren bestätigt werden. Eine Buchung allein stellt noch keine tatsächliche Raumnutzung dar.

Für die Analyse sind insbesondere folgende Muster relevant:

  • regelmäßige Spitzen zu bestimmten Uhrzeiten

  • wiederkehrende Engpässe bei bestimmten Raumgrößen

  • lange Buchungen mit deutlich kürzerer tatsächlicher Nutzung

  • hohe Anzahl nicht wahrgenommener Buchungen

  • bevorzugte Nutzung technisch gut ausgestatteter Räume

  • geringe Nutzung von Räumen mit ungünstiger Lage oder unzureichender Ausstattung

Bewertung von Raumnachfrage und Raumverfügbarkeit

Zur Beurteilung der Nachfrage sollten neben Buchungsdaten auch nicht erfüllte Buchungsanfragen, Buchungsvorlaufzeiten und Nutzerfeedback ausgewertet werden. Eine hohe Auslastung allein beweist keinen Engpass. Sie kann auch das Ergebnis einer geringen Zahl verfügbarer Räume oder einer unpassenden Raumverteilung sein.

Wichtige Beurteilungsgrößen sind:

  • Anteil freier Räume während der Kernzeiten

  • Anzahl erfolgloser Buchungsversuche

  • durchschnittliche Vorlaufzeit bis zur Buchung

  • Häufigkeit von Ausweichbuchungen in zu großen oder ungeeigneten Räumen

  • Verhältnis zwischen gebuchter und tatsächlich genutzter Zeit

  • Verfügbarkeit nach Raumtyp und Kapazitätsklasse

Bewertung der Angemessenheit von Raumkapazitäten

Die Angemessenheit der Raumkapazitäten wird durch den Vergleich der tatsächlichen Teilnehmerzahl mit der betrieblichen Raumkapazität beurteilt:

Kapazitätsnutzungsgrad je Raumnutzung = tatsächliche Teilnehmerzahl ÷ betriebliche Raumkapazität × 100

Wird ein Raum für zwölf Personen regelmäßig von zwei Personen genutzt, ist die zeitliche Raumnutzung möglicherweise hoch, die Kapazitätsnutzung jedoch niedrig. Dies weist nicht zwingend auf ein Fehlverhalten der Nutzer hin. Ursache kann ein Mangel an kleinen Räumen oder an geeigneter technischer Ausstattung in kleineren Räumen sein.

Die Bewertung sollte daher nach Raumtyp und Größenklasse erfolgen. Ziel ist nicht die maximale Belegung jedes Raums, sondern eine geeignete Zuordnung zwischen Nutzergruppe, Aktivität, Kapazität und Ausstattung.

Zweck: Messung der Wirksamkeit der Arbeitsplatz- und Raumnutzung

Effizienzkennzahlen verbinden vorhandene Kapazitäten mit tatsächlicher Nutzung, Verfügbarkeit und organisatorischem Bedarf. Sie zeigen nicht nur, ob Flächen genutzt werden, sondern auch, wie wirksam die vorhandenen Ressourcen eingesetzt werden.

Unterstützung von Flächenoptimierungsmaßnahmen

Durch Effizienzkennzahlen können Bereiche mit dauerhaft niedriger Nutzung, wiederkehrenden Engpässen oder ungeeigneter Kapazitätsverteilung erkannt werden. Sie liefern eine objektive Grundlage für Maßnahmen wie:

  • Anpassung der Arbeitsplatzanzahl

  • Änderung von Zuordnungs- und Buchungsregeln

  • Umwandlung großer Räume in kleinere Einheiten

  • Einführung flexibel nutzbarer Flächen

  • Verbesserung technischer Ausstattungen

  • Konsolidierung oder Erweiterung von Bürobereichen

Verbesserung der betrieblichen Leistung

Effizienzkennzahlen unterstützen nicht nur die Flächenplanung, sondern auch Reinigung, Energieversorgung, Instandhaltung, Sicherheitsdienste, Medientechnik und Nutzerbetreuung. Betriebsleistungen können stärker an tatsächliche Nutzungsmuster angepasst werden, ohne die Servicequalität oder betriebliche Resilienz zu beeinträchtigen.

Effizienzkennzahlen für Arbeitsplätze

Effizienzkennzahl

Messschwerpunkt

Belegungsquote

Anteil der tatsächlich belegten Arbeitsplätze an den betriebsbereiten Arbeitsplätzen

Kapazitätsauslastung

Zeitbezogene Nutzung der verfügbaren Arbeitsplatzkapazität

Sharing-Verhältnis

Verhältnis zwischen nutzungsberechtigten Personen und gemeinschaftlich genutzten Arbeitsplätzen

Verfügbarkeitsquote

Anteil der unmittelbar zugänglichen und nutzbaren Arbeitsplätze an der gesamten betrieblichen Arbeitsplatzkapazität

Belegungsquote

Die Belegungsquote wird für einzelne Messzeitpunkte oder als Durchschnitt über einen Zeitraum ermittelt:

Belegungsquote = belegte Arbeitsplätze ÷ betriebsbereite Arbeitsplätze × 100

Sie eignet sich besonders zur Analyse aktueller Belegung, wiederkehrender Spitzen und räumlicher Unterschiede.

Kapazitätsauslastung

Die Kapazitätsauslastung betrachtet die Nutzung über einen definierten Zeitraum:

Kapazitätsauslastung = belegte Arbeitsplatzstunden ÷ verfügbare betriebliche Arbeitsplatzstunden × 100

Ein Arbeitsplatz, der während eines achtstündigen Betriebstages vier Stunden tatsächlich genutzt wird, weist für diesen Tag eine zeitbezogene Kapazitätsauslastung von 50 Prozent auf.

Sharing-Verhältnis

Das Sharing-Verhältnis zeigt, wie viele nutzungsberechtigte Personen rechnerisch auf einen gemeinschaftlich genutzten Arbeitsplatz entfallen:

Sharing-Verhältnis = nutzungsberechtigte Personen ÷ gemeinschaftlich genutzte Arbeitsplätze

Ein Verhältnis von 1,5 bedeutet beispielsweise, dass 150 nutzungsberechtigte Personen 100 gemeinschaftliche Arbeitsplätze nutzen können. Ein höheres Sharing-Verhältnis ist nicht automatisch effizienter. Es muss mit den tatsächlichen Anwesenheitsmustern, betrieblichen Reserven und Nutzeranforderungen abgestimmt werden.

Verfügbarkeitsquote

Die Verfügbarkeitsquote misst, welcher Anteil der betrieblichen Arbeitsplatzkapazität zu einem bestimmten Zeitpunkt unmittelbar genutzt werden kann:

Verfügbarkeitsquote = unmittelbar verfügbare Arbeitsplätze ÷ betriebliche Arbeitsplatzkapazität × 100

Reservierte, gesperrte, technisch nicht funktionsfähige oder ausschließlich bestimmten Personen vorbehaltene Arbeitsplätze gelten für andere Nutzer nicht als unmittelbar verfügbar.

Effizienzkennzahlen für Räume

Effizienzkennzahl

Messschwerpunkt

Raumnutzungsquote

Häufigkeit beziehungsweise zeitlicher Umfang der tatsächlichen Raumnutzung

Kapazitätsnutzungsgrad

Verhältnis der tatsächlichen Personennutzung zur betrieblichen Raumkapazität

Buchungseffizienz

Verhältnis zwischen reservierter und tatsächlich genutzter Raumzeit

Verfügbarkeitsquote

Verhältnis der freien, buchbaren Raumzeit zur gesamten betriebsbereiten Raumzeit

Raumnutzungsquote

Raumnutzungsquote = tatsächlich genutzte Raumzeit ÷ betriebsbereite Raumzeit × 100

Die Betriebszeit muss vor der Berechnung eindeutig definiert werden. Nachtzeiten, Wochenenden oder geplante Schließzeiten dürfen nur einbezogen werden, wenn die Räume während dieser Zeit regulär zur Verfügung stehen.

Kapazitätsnutzungsgrad

Kapazitätsnutzungsgrad = tatsächliche Personenminuten ÷ mögliche Personenminuten während der tatsächlichen Raumnutzung × 100

Die möglichen Personenminuten ergeben sich aus der Raumkapazität multipliziert mit der tatsächlichen Nutzungszeit. Diese Berechnung trennt die Intensität der Belegung von der zeitlichen Nutzung des Raums.

Buchungseffizienz

Buchungseffizienz = tatsächlich genutzte Zeit innerhalb von Reservierungen ÷ gesamte reservierte Zeit × 100

Nicht wahrgenommene Reservierungen, verspätete Nutzungsbeginne und deutlich vorzeitig beendete Termine reduzieren die Buchungseffizienz. Automatische Check-ins, Freigaberegeln bei Nichterscheinen und das frühzeitige Beenden von Buchungen können die verfügbare Raumzeit erhöhen.

Verfügbarkeitsquote

Verfügbarkeitsquote = freie und buchbare Raumzeit ÷ gesamte betriebsbereite und buchbare Raumzeit × 100

Die Kennzahl sollte nach Raumtyp und Zeitfenster ausgewertet werden. Eine hohe Verfügbarkeitsquote außerhalb der Kernzeiten gleicht eine sehr geringe Verfügbarkeit während der Hauptnutzungszeiten nicht aus.

Anwendung von Effizienzkennzahlen: Identifikation unter- und übergenutzter Flächen

Eine Unter- oder Übernutzung sollte nicht anhand einer einzelnen Kennzahl festgestellt werden. Für eine belastbare Bewertung sind mindestens zeitliche Nutzung, Kapazitätsnutzung, Verfügbarkeit, Nachfragespitzen und Nutzerfeedback gemeinsam zu betrachten.

Typische Hinweise auf Unterauslastung sind:

  • dauerhaft geringe tatsächliche Nutzung

  • hohe Verfügbarkeit während der Kernzeiten

  • geringe Kapazitätsnutzung großer Räume

  • erhebliche Unterschiede zwischen vergleichbaren Bereichen

Typische Hinweise auf Überauslastung sind:

  • wiederkehrend sehr hohe Spitzenbelegung

  • geringe Verfügbarkeit während der Kernzeiten

  • zahlreiche erfolglose Buchungsversuche

  • häufige Nutzung ungeeigneter Ausweichflächen

  • erhöhte Suchzeiten und Nutzerbeschwerden

Allgemeingültige Grenzwerte sind nicht für jede Organisation geeignet. Zielkorridore müssen den Raumtyp, das Geschäftsmodell, die erforderliche Reservekapazität und die gewünschte Servicequalität berücksichtigen.

Unterstützung von Optimierungsentscheidungen

Auf Basis der Kennzahlen kann das Facility Management unter anderem folgende Maßnahmen bewerten:

  • Umwandlung dauerhaft untergenutzter Arbeitsplätze in Besprechungs-, Projekt- oder Rückzugsbereiche

  • Anpassung des Verhältnisses zwischen kleinen, mittleren und großen Räumen

  • Freigabe nicht genutzter Reservierungen

  • Änderung von Desk-Sharing- und Buchungsregeln

  • Verbesserung von Beschilderung und Echtzeitinformationen zur Verfügbarkeit

  • Aufwertung wenig genutzter Bereiche durch bessere Ausstattung

  • temporäre Öffnung oder Schließung einzelner Flächen

Vor einer dauerhaften baulichen Veränderung sollten organisatorische und technische Maßnahmen möglichst in einem begrenzten Bereich erprobt und anhand derselben Kennzahlen bewertet werden.

Verbesserung der Zuordnung von Büroressourcen

Nutzungsdaten ermöglichen eine bedarfsgerechtere Zuordnung von Reinigungsintervallen, Energieversorgung, technischer Unterstützung, Verbrauchsmaterialien und Instandhaltungsleistungen. Stark genutzte Bereiche können intensiver betreut werden, während Leistungen in selten genutzten Bereichen angepasst werden können.

Dabei darf eine Reduzierung betrieblicher Leistungen nicht ausschließlich auf Durchschnittswerten beruhen. Sicherheitsanforderungen, Hygienestandards, Mindestservicelevel und kurzfristige Nutzungsschwankungen bleiben verbindlich.

Zweck: Überwachung der Arbeitsplatz- und Raumleistung

Leistungsindikatoren, häufig als Key Performance Indicators oder KPIs bezeichnet, übertragen ausgewählte Kennzahlen in ein verbindliches Steuerungssystem. Ein KPI besitzt eine klar dokumentierte Definition, einen Verantwortlichen, eine Datenquelle, einen Messzeitraum, einen Zielwert und festgelegte Reaktionsregeln.

Nicht jede erhobene Kennzahl muss als KPI verwendet werden. KPIs sollten auf solche Messgrößen begrenzt werden, die für betriebliche oder strategische Entscheidungen tatsächlich relevant sind.

Unterstützung betrieblicher und strategischer Facility-Entscheidungen

KPIs ermöglichen eine vergleichbare Bewertung über Standorte, Gebäude, Geschosse und Berichtsperioden hinweg. Sie unterstützen Entscheidungen über Flächenbedarf, Investitionen, Umbauten, Betriebsbudgets, Arbeitsplatzkonzepte und Serviceleistungen.

Vergleiche sind jedoch nur zulässig, wenn Messdefinitionen, Betriebszeiten, Raumtypen und Datenqualität vergleichbar sind.

Festlegung messbarer Leistungsziele

Leistungsziele sollten als realistische Zielkorridore und nicht grundsätzlich als maximale Auslastung formuliert werden. Eine dauerhaft nahezu vollständige Auslastung kann beispielsweise die Flexibilität reduzieren, Suchzeiten erhöhen und kurzfristige Nachfragespitzen nicht ausreichend abfangen.

Jeder KPI sollte mindestens folgende Elemente enthalten:

  • eindeutige Bezeichnung

  • fachliche Definition

  • Berechnungsformel

  • Datenquelle

  • organisatorischer und räumlicher Geltungsbereich

  • Mess- und Berichtsintervall

  • Zielwert oder Zielkorridor

  • Warn- und Eskalationsgrenzen

  • verantwortliche Funktion

  • vorgesehene Korrekturmaßnahmen

Arbeitsplatz-Leistungsindikatoren

KPI

Zweck

Arbeitsplatzbelegungsquote

Misst den Anteil der zu den definierten Messzeitpunkten tatsächlich genutzten Arbeitsplätze

Arbeitsplatzverfügbarkeitsquote

Misst, welcher Anteil der betrieblichen Arbeitsplatzkapazität für Nutzer unmittelbar zugänglich ist

Arbeitsplatz-Sharing-Verhältnis

Bewertet, ob die Anzahl gemeinschaftlich genutzter Arbeitsplätze zur Zahl der nutzungsberechtigten Personen passt

Arbeitsplatzkapazitätsauslastung

Bewertet die zeitbezogene Gesamtleistung der verfügbaren Arbeitsplatzkapazität

Arbeitsplatzbelegungsquote

Dieser KPI sollte als Durchschnitt, Spitzenwert und gegebenenfalls als geeigneter Perzentilwert ausgewiesen werden. Eine reine Durchschnittsbetrachtung reicht nicht aus, wenn einzelne Tage oder Zeitfenster regelmäßig deutlich höhere Werte erreichen.

Arbeitsplatzverfügbarkeitsquote

Die Verfügbarkeitsquote sollte besonders während definierter Kernzeiten überwacht werden. Zusätzlich kann die durchschnittliche Anzahl unmittelbar verfügbarer Arbeitsplätze je Bereich ausgewiesen werden. Dadurch werden lokale Engpässe sichtbar, die in einer standortweiten Gesamtquote verborgen bleiben können.

Arbeitsplatz-Sharing-Verhältnis

Das Sharing-Verhältnis ist gemeinsam mit Anwesenheitsquote, Spitzenbelegung, Buchungserfolgsquote und Nutzerzufriedenheit zu bewerten. Ein rechnerisch günstiges Verhältnis ist nicht ausreichend, wenn Beschäftigte regelmäßig keinen geeigneten Arbeitsplatz finden.

Arbeitsplatzkapazitätsauslastung

Die Kapazitätsauslastung zeigt, welcher Anteil der theoretisch verfügbaren Arbeitsplatzstunden tatsächlich genutzt wird. Sie eignet sich insbesondere für periodische Vergleiche, Flächenszenarien und Wirtschaftlichkeitsanalysen.

Raum-Leistungsindikatoren

KPI

Zweck

Raumnutzungsquote

Misst, wie häufig beziehungsweise wie lange verfügbare Räume tatsächlich genutzt werden

Raumbelegungsquote

Misst den Anteil der verfügbaren Räume, die zu definierten Messzeitpunkten aktiv genutzt werden

Raumverfügbarkeitsquote

Überwacht den Anteil der freien und zugänglichen Raumzeit

Raumkapazitätsauslastung

Bewertet, wie wirksam die vorhandenen Raumkapazitäten durch die tatsächlichen Teilnehmerzahlen genutzt werden

Raumnutzungsquote

Die Raumnutzungsquote sollte auf tatsächlich bestätigter Nutzung basieren. Wenn ausschließlich Buchungsdaten verfügbar sind, ist die Kennzahl als Buchungsquote zu bezeichnen und nicht mit der tatsächlichen Nutzung gleichzusetzen.

Raumbelegungsquote

Für das KPI-System kann die Raumbelegungsquote als Anteil der aktiv genutzten Räume an den betriebsbereiten Räumen zu festgelegten Messzeitpunkten definiert werden:

Raumbelegungsquote = aktiv genutzte Räume ÷ betriebsbereite Räume × 100

Die Anzahl der Personen innerhalb des Raums wird separat über die Raumkapazitätsauslastung bewertet.

Raumverfügbarkeitsquote

Dieser KPI zeigt, wie viel freie, buchbare Raumzeit zur Verfügung steht. Er sollte nach Kernzeit, Raumtyp, Kapazitätsklasse und Standort ausgewiesen werden. Dadurch lässt sich unterscheiden, ob ein allgemeiner Raummangel oder lediglich ein Engpass bei bestimmten Raumarten besteht.

Raumkapazitätsauslastung

Die Raumkapazitätsauslastung vergleicht tatsächliche Teilnehmerzahlen mit der verfügbaren Raumkapazität. Eine niedrige Quote bei gleichzeitig hoher zeitlicher Nutzung weist häufig auf eine unpassende Größenstruktur des Raumportfolios hin.

KPI-Überwachung und Berichterstattung: Festlegung der Messzeiträume

Messzeiträume müssen eindeutig dokumentiert und auf die betrieblichen Abläufe abgestimmt werden. Zu definieren sind insbesondere:

  • Regelbetriebszeiten

  • Kernarbeitszeiten

  • berücksichtigte Wochentage

  • ausgeschlossene Feiertage und Schließzeiten

  • Messintervalle

  • Mindestdauer einer als Nutzung gewerteten Präsenz

  • Berichtszeiträume, beispielsweise Woche, Monat oder Quartal

Bei manuellen Beobachtungen sind repräsentative Messzeitpunkte festzulegen. Automatisierte Daten sollten in geeignete Zeitintervalle zusammengefasst werden, damit kurzfristige Sensorsignale oder technische Unterbrechungen die Ergebnisse nicht unverhältnismäßig beeinflussen.

Verfolgung von Leistungstrends

KPIs sollten nicht ausschließlich als einzelne Monatswerte dargestellt werden. Zweckmäßig sind:

  • Vergleiche mit Vorperioden

  • gleitende Durchschnittswerte

  • Spitzen- und Perzentilwerte

  • saisonale Vergleiche

  • Auswertungen nach Standort, Raumtyp und Organisationseinheit

  • Kennzeichnung besonderer Ereignisse oder Betriebsunterbrechungen

Abweichungen müssen zunächst auf Datenfehler, Bestandsänderungen oder geänderte Betriebszeiten geprüft werden, bevor organisatorische Schlussfolgerungen gezogen werden.

Vergleich tatsächlicher Ergebnisse mit Zielwerten

Ist-Werte sollten mit festgelegten Zielkorridoren, Warnschwellen und Eskalationsgrenzen verglichen werden. Die Ziele sind nach Arbeitsplatz- oder Raumtyp zu differenzieren. Ein Fokusraum, ein Schulungsraum und ein großer Konferenzraum können nicht mit demselben Zielwert bewertet werden.

Bei Abweichungen sollte das Reporting mindestens folgende Angaben enthalten:

  • Höhe und Dauer der Abweichung

  • betroffene Standorte oder Bereiche

  • wahrscheinliche Ursachen

  • Auswirkungen auf Nutzer und Betrieb

  • empfohlene Gegenmaßnahmen

  • verantwortliche Stelle

  • Termin für die erneute Bewertung

Unterstützung kontinuierlicher Verbesserungsmaßnahmen

KPI-Berichte sollten konkrete Maßnahmen auslösen und deren Wirkung nachverfolgen. Dazu gehören beispielsweise die Anpassung von Buchungsregeln, die automatische Freigabe nicht genutzter Räume, die Neuzuordnung von Arbeitsplätzen, die Änderung von Raumkonfigurationen oder die Verbesserung technischer Ausstattung.

Vor und nach einer Maßnahme sind dieselben Kennzahlen, Messzeiträume und Berechnungsregeln zu verwenden. Nur so lässt sich feststellen, ob die Veränderung tatsächlich zu einer besseren Flächennutzung geführt hat.

Zusätzlich sollten Datenqualität, Flächeninventar, Messdefinitionen und Zielwerte regelmäßig überprüft werden. Änderungen an Gebäuden, Arbeitsmodellen oder Organisationsstrukturen müssen zeitnah in den Kennzahlendefinitionen und den zugrunde liegenden Systemen berücksichtigt werden.