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Post-Occupancy Evaluation

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Nach dem Einzug beginnt die eigentliche Qualitätsprüfung

Ein neues Bürokonzept kann sorgfältig geplant, hochwertig ausgestattet und technisch einwandfrei übergeben worden sein – und dennoch im Alltag nicht vollständig funktionieren. Erst wenn Beschäftigte die Flächen tatsächlich nutzen, wird sichtbar, ob Raumangebot, Akustik, Technik, Möblierung, Buchungssysteme und Facility Services zu den realen Arbeitsweisen passen.

Die bestehende Büro-Microsite behandelt Nutzererlebnis, Ergonomie, Auslastungsanalyse, Feedback und kontinuierliche Verbesserung bereits ausführlich. Eine eigenständige Methodik zur strukturierten Bewertung nach Bezug oder wesentlicher Veränderung einer Arbeitsumgebung ist in der aktuellen Sitemap jedoch nicht vorhanden.

Post-Occupancy Evaluation für nutzerorientierte Bürokonzepte einsetzen

Nutzung statt Planung bewerten

Eine Post-Occupancy Evaluation, kurz POE, betrachtet nicht primär, ob die Planung vertragsgemäß umgesetzt wurde. Sie untersucht, wie gut die Arbeitsumgebung nach der Inbetriebnahme tatsächlich funktioniert.

Dabei können beispielsweise folgende Fragen untersucht werden:

  • Werden die vorgesehenen Arbeitsplatztypen genutzt?

  • Reichen Fokus- und Rückzugsräume aus?

  • Sind Besprechungsräume passend dimensioniert?

  • Entstehen bestimmte Überlastungen?

  • Funktionieren Desk Sharing und Buchung?

  • Sind technische Einrichtungen einfach bedienbar?

  • Wie werden Akustik, Temperatur und Beleuchtung erlebt?

  • Welche Flächen bleiben regelmäßig ungenutzt?

Damit ergänzt POE klassische Abnahme und Mängelmanagement um eine nutzungsbezogene Bewertung.

Daten und Wahrnehmung verbinden

Eine belastbare Bewertung sollte nicht ausschließlich auf Nutzerbefragungen beruhen.

Belegungsdaten, Buchungsinformationen, Service-Desk-Tickets, Raumklimadaten, Beschwerden und technische Störungen können mit qualitativen Rückmeldungen verbunden werden. Die Büro-Microsite verfügt bereits über umfangreiche Grundlagen zur Auslastungsanalyse und stellt heraus, dass reine Belegungswerte ohne Betrachtung von Flächenqualität und Nutzeranforderungen leicht falsch interpretiert werden können.

Ein wenig genutzter Bereich ist beispielsweise nicht automatisch überflüssig. Möglicherweise sind Akustik, Ausstattung oder Lage ungeeignet.

Bewertung zeitlich staffeln

Eine einzige Befragung kurz nach dem Einzug reicht häufig nicht aus.

Sinnvoll können unterschiedliche Betrachtungszeitpunkte sein:

  • Frühe Betriebsphase: Funktionieren Orientierung, Arbeitsplatztechnik und grundlegende Services?

  • Stabilisierungsphase: Haben sich Nutzungsgewohnheiten entwickelt?

  • Regelbetrieb: Entsprechen Flächenmix und Arbeitsplatzangebot dauerhaft dem Bedarf?

Dadurch werden anfängliche Gewöhnungseffekte von strukturellen Problemen getrennt.

Maßnahmen eindeutig ableiten

Eine POE sollte nicht mit einer langen Liste subjektiver Wünsche enden.

Feststellungen werden nach Relevanz und Ursache gegliedert. Daraus können beispielsweise entstehen:

  • veränderte Raumzuordnungen,

  • zusätzliche akustische Maßnahmen,

  • Anpassung der Buchungsregeln,

  • andere Möblierung,

  • Veränderung von Teamzonen,

  • technische Nachbesserungen,

  • Serviceanpassungen,

  • Änderung des Flächenmixes.

Jede wesentliche Maßnahme sollte ein Ziel und einen späteren Überprüfungstermin erhalten.

Lernen für weitere Standorte

Besonders wertvoll wird POE bei größeren Portfolios. Erkenntnisse aus einem Standort können in Standards für kommende Umbauten, Anmietungen und Neubauten einfließen.

Damit entsteht ein Lernkreislauf:

Planen – umsetzen – nutzen – messen – verbessern – erneut planen.

Die Post-Occupancy Evaluation macht aus der Bürogestaltung damit keinen abgeschlossenen Bauprozess. Sie etabliert die Arbeitsumgebung als fortlaufend überprüfbares betriebliches System, dessen Qualität sich daran messen lassen muss, wie wirksam es die tatsächliche Arbeit unterstützt.