Desk Sharing und Anwesenheitsmuster
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Desk Sharing und Anwesenheitsmuster in Büros
Desk Sharing und die systematische Steuerung von Anwesenheitsmustern ermöglichen es Organisationen, Büroflächen bedarfsgerecht zu nutzen und flexible Arbeitsmodelle zuverlässig zu unterstützen. Das Facility Management muss dafür Arbeitsplatzangebot, erwartete Anwesenheit, tatsächliche Belegung, betriebliche Kapazitätsgrenzen und technische Steuerungssysteme in einem einheitlichen Prozess zusammenführen.
Desk Sharing und Anwesenheitsmuster analysieren
- Desk-Sharing-Konzepte
- Anwesenheitsmanagement
- Flächenoptimierung
- Unterstützung durch FM und Technologie
Definition und Zweck
Desk Sharing bezeichnet ein Arbeitsplatzmodell, bei dem mehrere Beschäftigte dieselben Büroarbeitsplätze zu unterschiedlichen Zeiten nutzen. Ein geteilter Arbeitsplatz umfasst dabei nicht nur den Schreibtisch, sondern die gesamte nutzbare Arbeitsplatzausstattung, beispielsweise Bürostuhl, Bildschirm, Dockingstation, Stromversorgung, Beleuchtung, Netzwerkzugang und gegebenenfalls ergänzende Arbeitsmittel.
Bei einem fest zugewiesenen Arbeitsplatz steht der Schreibtisch grundsätzlich einer bestimmten Person zur Verfügung, unabhängig davon, wie häufig diese Person tatsächlich im Büro anwesend ist. Bei einem nicht fest zugewiesenen Arbeitsplatz wird der Platz aus einem gemeinsam nutzbaren Bestand ausgewählt, reserviert oder nach einem festgelegten Rotationsplan verwendet. Fest zugewiesene Plätze können weiterhin erforderlich sein, wenn besondere ergonomische, barrierefreie, technische, vertraulichkeitsbezogene oder betriebliche Anforderungen bestehen.
Desk Sharing ist ein wesentlicher Bestandteil flexibler und hybrider Arbeitsplatzstrategien. Die benötigte Arbeitsplatzkapazität wird nicht ausschließlich anhand der Gesamtzahl der Beschäftigten bestimmt, sondern anhand der Anzahl der Personen, die voraussichtlich gleichzeitig vor Ort sind und tatsächlich einen Einzelarbeitsplatz benötigen. Das Modell muss deshalb mit Anwesenheitsplanung, Raumkonzept, IT-Ausstattung, Reinigungsorganisation, Arbeitsschutz und betrieblichen Abläufen abgestimmt werden.
Ziele des Desk Sharings
Verbesserung der Arbeitsplatznutzung: Arbeitsplätze sollen häufiger und gleichmäßiger genutzt werden. Dies reduziert Situationen, in denen große Arbeitsplatzbereiche dauerhaft unbesetzt bleiben, obwohl für Miete, Energie, Reinigung, Wartung und technische Ausstattung laufende Kosten entstehen.
Reduzierung ungenutzter Arbeitsplatzkapazität: Die Zahl der bereitgestellten Schreibtische wird an die realistische gleichzeitige Anwesenheit angepasst. Eine Reduzierung darf jedoch nur erfolgen, wenn Bedarfsprognosen, Spitzenzeiten, betriebliche Reserven und besondere Nutzeranforderungen berücksichtigt wurden.
Erhöhung der Arbeitsplatzflexibilität: Beschäftigte können einen Arbeitsplatz auswählen, der zur jeweiligen Tätigkeit passt. Neben Standardarbeitsplätzen können beispielsweise Konzentrationsplätze, Teamzonen, Projektflächen, barrierefreie Arbeitsplätze oder technisch speziell ausgestattete Plätze angeboten werden.
Unterstützung wechselnder Anwesenheitsmuster: Desk Sharing ermöglicht eine flexible Reaktion auf hybride Arbeitsmodelle, Teilzeitregelungen, Dienstreisen, Projektphasen, saisonale Schwankungen und unterschiedliche Teamtage. Die Arbeitsplatzkapazität kann dadurch stärker am tatsächlichen Bedarf ausgerichtet werden.
Desk Sharing ist nicht ausschließlich als Maßnahme zur Flächenreduzierung zu behandeln. Ein fachgerecht geplantes Konzept muss gleichzeitig Verfügbarkeit, Ergonomie, Arbeitsqualität, Teamzusammenarbeit, Vertraulichkeit und eine verlässliche Nutzererfahrung sicherstellen.
Desk-Sharing-Modelle
| Desk-Sharing-Modell | Beschreibung | Typische Anwendung |
|---|---|---|
| Hot Desking | Arbeitsplätze werden ohne vorherige Reservierung nach dem Prinzip „Wer zuerst kommt, nutzt zuerst“ vergeben. | Flexible Arbeitsumgebungen mit gut vorhersehbarer freier Kapazität |
| Arbeitsplatzreservierung | Arbeitsplätze werden über ein Buchungssystem im Voraus reserviert und gegebenenfalls beim Eintreffen bestätigt. | Hybride Büros mit wechselnden Anwesenheitstagen |
| Teambasiertes Sharing | Ein definierter Arbeitsplatzbestand wird bestimmten Abteilungen, Teams oder Projekten zugeordnet. | Team- und projektorientierte Arbeitsumgebungen |
| Rotationsmodell | Arbeitsplätze werden anhand festgelegter Anwesenheits-, Schicht- oder Rotationspläne genutzt. | Strukturierte Anwesenheitsprogramme und wiederkehrende Arbeitspläne |
Die Auswahl des Modells richtet sich nach Vorhersagbarkeit der Anwesenheit, Organisationsstruktur, Arbeitsplatzprofilen, Buchungsdisziplin und gewünschter Flexibilität. In größeren Organisationen ist häufig eine Kombination sinnvoll. Standardarbeitsplätze können beispielsweise reservierbar sein, während einzelne Projektzonen teambasiert und bestimmte Betriebsbereiche nach einem Rotationsplan organisiert werden.
Hot Desking bietet eine hohe spontane Flexibilität, kann jedoch bei unklarer Verfügbarkeit zu Suchzeiten und Unsicherheit führen. Reservierungsmodelle schaffen mehr Planungssicherheit, benötigen aber verbindliche Buchungs-, Check-in- und Stornierungsregeln. Teambasierte Modelle unterstützen Zusammenarbeit und soziale Zugehörigkeit, während Rotationsmodelle besonders geeignet sind, wenn Anwesenheit zentral geplant wird.
Grundsätze der Arbeitsplatzzuweisung: Arbeitsplatzverfügbarkeit
Abgleich von Arbeitsplatzangebot und Personalbedarf: Das Facility Management muss zunächst den tatsächlich nutzbaren Arbeitsplatzbestand bestimmen. Nicht betriebsbereite, gesperrte, defekte oder dauerhaft spezialisierten Zwecken zugeordnete Plätze dürfen nicht als frei verfügbare Kapazität gezählt werden. Anschließend wird dieser Bestand mit der erwarteten Zahl der Beschäftigten verglichen, die gleichzeitig einen Schreibtisch benötigen.
Zuweisung auf Basis von Anwesenheitsprognosen: Die Prognose sollte nicht nur die erwartete Gebäudeanwesenheit berücksichtigen. Beschäftigte, die überwiegend in Besprechungen, Schulungen, Laboren oder externen Bereichen tätig sind, erzeugen möglicherweise einen anderen Arbeitsplatzbedarf als Personen, die den gesamten Arbeitstag an einem Schreibtisch verbringen. Ein praktikabler Planungsansatz lautet:
Geplanter Arbeitsplatzbedarf = prognostizierte Anwesenheit × Anteil der Personen mit Schreibtischbedarf + definierte Betriebsreserve
Die Höhe der Reserve ist organisationsbezogen festzulegen. Sie sollte Prognoseabweichungen, kurzfristige Besucher, technische Störungen, gesperrte Plätze und unerwartete Anwesenheit abdecken, ohne dauerhaft übermäßige Leerstände zu erzeugen.
Ausgleich der Belegung zwischen Bürobereichen: Eine ausreichende Gesamtkapazität im Gebäude bedeutet nicht automatisch, dass an jedem Standort die richtige Kapazität vorhanden ist. FM muss deshalb Belegung auf Gebäude-, Etagen-, Zonen- und Teamebene betrachten. Überlastete Bereiche können durch angepasste Teamzonen, geänderte Buchungsfreigaben, alternative Arbeitsbereiche oder eine gezielte Umverteilung von Arbeitsplätzen entlastet werden.
Die im Buchungssystem freigegebene Kapazität darf den niedrigsten Wert aus betriebsbereiten Arbeitsplätzen, betrieblich festgelegtem Schwellenwert und verbindlicher Gebäude- oder Bereichskapazität nicht überschreiten. Zusätzlich erforderliche Reserven sind vor der Freigabe abzuziehen.
Nutzerregeln und Verfahren
Arbeitsplatzreservierung: Die Buchungsregeln müssen festlegen, wer reservieren darf, wie weit im Voraus Buchungen möglich sind, wie lange ein Platz blockiert werden kann und welche Arbeitsplatzmerkmale auswählbar sind. Dazu können Etage, Teamzone, Höhenverstellbarkeit, Barrierefreiheit, Monitorausstattung oder besondere technische Anschlüsse gehören. Doppelbuchungen und die vorsorgliche Blockierung mehrerer Plätze sollten systemseitig verhindert werden.
Freigabe und Stornierung: Beschäftigte müssen nicht mehr benötigte Reservierungen frühzeitig stornieren. Bei Buchungssystemen mit Check-in kann eine angemessene Karenzzeit definiert werden. Wird der Platz innerhalb dieses Zeitraums nicht bestätigt, kann er automatisch freigegeben und einer Warteliste angeboten werden. Wiederholte Nichtnutzung reservierter Plätze ist als Prozessproblem zu analysieren.
Standards für die Nutzung gemeinsamer Arbeitsplätze: Beschäftigte sollen ausschließlich nutzbare und freigegebene Plätze verwenden, Störungen melden, die Ausstattung sorgfältig behandeln und akustische sowie vertraulichkeitsbezogene Regeln der jeweiligen Zone einhalten. Persönliche Gegenstände dürfen Arbeitsplätze nicht dauerhaft blockieren. Für Unterlagen, Arbeitsmittel und persönliche Gegenstände sind geeignete Schließfächer oder andere Aufbewahrungslösungen bereitzustellen.
Clean-Desk-Anforderungen: Nach der Nutzung ist der Arbeitsplatz vollständig freizugeben. Vertrauliche Unterlagen sind sicher aufzubewahren oder zu entsorgen, persönliche Gegenstände sind zu entfernen und IT-Geräte ordnungsgemäß abzumelden. Oberflächen sind entsprechend dem betrieblichen Hygienekonzept zu hinterlassen. Die Clean-Desk-Regel ersetzt weder die professionelle Reinigung noch verbindliche Informationssicherheitsmaßnahmen.
Anwesenheitsmuster: Modelle der Arbeitsplatzanwesenheit
Vollständige Büroanwesenheit: Beschäftigte arbeiten während ihrer regulären Arbeitszeit überwiegend am Unternehmensstandort. Der Arbeitsplatzbedarf ist relativ stabil, kann jedoch durch Urlaub, Krankheit, Dienstreisen, Teilzeit und Besprechungen beeinflusst werden.
Hybride Anwesenheit: Beschäftigte wechseln nach festgelegten oder flexiblen Regeln zwischen Büro, Homeoffice und anderen Arbeitsorten. Für die Kapazitätsplanung ist entscheidend, ob Präsenztage individuell gewählt, durch Teams koordiniert oder unternehmensweit vorgegeben werden.
Rotierende Anwesenheitspläne: Teams oder Beschäftigtengruppen nutzen das Büro an festgelegten Tagen, Wochen oder Schichten. Dieses Modell schafft eine hohe Planbarkeit, erfordert jedoch eine zuverlässige Pflege der Rotationspläne und eine Regelung für Abweichungen.
Flexible Anwesenheitssysteme: Beschäftigte können ihre Anwesenheit innerhalb vorgegebener Rahmenbedingungen kurzfristig festlegen. Das Modell bietet hohe Flexibilität, stellt aber größere Anforderungen an Prognosen, Echtzeitinformationen und Kapazitätskontrollen.
Die Modelle können innerhalb einer Organisation parallel bestehen. Beschäftigte in operativen oder sicherheitsrelevanten Funktionen können beispielsweise feste Anwesenheitspläne haben, während Projekt- oder Verwaltungsbereiche hybrid organisiert sind.
Anwesenheitsprognosen
Schätzung der täglichen Anwesenheit: Die Prognose sollte verfügbare Personalzahlen, vereinbarte Arbeitsmodelle, wiederkehrende Präsenztage, Arbeitsplatzbuchungen, Urlaubs- und Reiseinformationen, Veranstaltungen sowie historische Anwesenheitswerte berücksichtigen. Personenbezogene Daten dürfen nur im erforderlichen und zulässigen Umfang verarbeitet werden.
Ermittlung von Spitzentagen und Spitzenzeiten: Spitzenbedarf ist nicht nur auf Tagesebene zu betrachten. Innerhalb eines Tages können sich hohe Belegungen beispielsweise zu Besprechungsbeginn, während gemeinsamer Teamzeiten oder bei Veranstaltungen ergeben. Auswertungen sollten daher nach Wochentag, Uhrzeit, Etage und Nutzergruppe erfolgen.
Abteilungsbezogene Anwesenheitsplanung: Führungskräfte und Bereichsverantwortliche sollten geplante Teamtage, Workshops, Schulungen, Besuchertermine und Projektphasen rechtzeitig melden. Dadurch kann FM erkennen, ob mehrere Bereiche gleichzeitig eine erhöhte Kapazität anfordern.
Analyse des Personalbedarfs: Anwesenheit ist nach Arbeitsplatz- und Raumart zu differenzieren. Neben Schreibtischen müssen Besprechungsräume, Konzentrationsräume, Projektflächen, Sozialbereiche, Schließfächer, Parkplätze, Empfangsleistungen und technische Unterstützungsangebote berücksichtigt werden.
Eine belastbare Prognose sollte als rollierende Planung geführt werden. Eine mittel- oder langfristige Vorschau unterstützt die Ressourcenplanung, während kurzfristige Aktualisierungen eine operative Steuerung ermöglichen. Bei unsicheren Daten empfiehlt sich die Darstellung eines erwarteten, eines erhöhten und eines maximal plausiblen Bedarfsszenarios.
Anwesenheitsplanung
Koordination der Beschäftigtenanwesenheit: Anwesenheit sollte so koordiniert werden, dass betriebliche Zusammenarbeit möglich bleibt, ohne einzelne Standorte oder Etagen regelmäßig zu überlasten. Hierfür können Kernpräsenztage, gestaffelte Anwesenheit, Teamfenster oder bereichsbezogene Buchungskontingente eingesetzt werden.
Teambasierte Planung: Teams können gemeinsame Präsenztage festlegen, wenn persönlicher Austausch, Einarbeitung, Projektarbeit oder Entscheidungsprozesse dies erfordern. Gleichzeitig muss verhindert werden, dass alle Teams unabhängig voneinander denselben Tag auswählen und dadurch Kapazitätsengpässe entstehen.
Kapazitätsbasierte Planung: Vor der Freigabe von Anwesenheit oder Buchungen ist der prognostizierte Bedarf mit den verfügbaren Arbeitsplätzen und den betrieblichen Kapazitätsgrenzen zu vergleichen. Bei einer erwarteten Überschreitung können Teamtage verlagert, Kontingente angepasst, zusätzliche freigegebene Bereiche aktiviert oder alternative Arbeitsorte vorgesehen werden.
Die Planungsregeln müssen transparent, gleichbehandelnd und betrieblich begründet sein. Notwendige Ausnahmen, beispielsweise für barrierefreie Arbeitsplätze, kritische Funktionen, neue Beschäftigte oder Tätigkeiten mit spezieller Ausstattung, sind in einem dokumentierten Verfahren zu behandeln.
Anwesenheitsüberwachung
Erfassung der tatsächlichen Anwesenheit: Je nach Organisation kann die tatsächliche Präsenz über freiwillige oder verpflichtende Check-ins, Zutrittsdaten, Arbeitsplatzbuchungen, Belegungssensoren, Netzwerkverbindungen oder manuelle Erhebungen ermittelt werden. Keine einzelne Datenquelle bildet zwangsläufig die vollständige Realität ab. Zutritt zeigt beispielsweise, dass eine Person das Gebäude betreten hat, aber nicht, welchen Arbeitsplatz sie nutzt.
Vergleich mit geplanter Kapazität: Für die operative Steuerung sollten mindestens vier Größen getrennt ausgewiesen werden: geplante Anwesenheit, gebuchte Arbeitsplätze, tatsächlich anwesende Personen und tatsächlich belegte Arbeitsplätze. Dadurch werden Überbuchungen, Nichtantritte, unangekündigte Anwesenheit und ungenutzte Reservierungen sichtbar.
Identifikation von Anwesenheitstrends: Auswertungen sollten wiederkehrende Muster nach Wochentag, Tageszeit, Team, Etage und Arbeitsplatztyp erkennen. Abweichungen sind auf Ursachen wie Veranstaltungen, Systemfehler, organisatorische Veränderungen, saisonale Effekte oder geändertes Nutzerverhalten zu prüfen.
Die Überwachung dient der Kapazitäts- und Arbeitsplatzsteuerung. Eine Nutzung für Leistungs- oder Verhaltenskontrollen ist davon organisatorisch und technisch zu trennen. Zugriffsrechte, Speicherfristen, Zweckbindung und Datenaggregation müssen eindeutig geregelt sein.
Belegungslogik
Die Belegungslogik stellt den systematischen Zusammenhang zwischen verfügbaren Arbeitsplätzen, erwarteter Anwesenheit, zulässiger Kapazität und gewünschtem Nutzungsgrad her.
| Belegungselement | Zweck |
|---|---|
| Verhältnis Arbeitsplätze zu Beschäftigten | Bestimmt den grundsätzlichen Bedarf an gemeinsam genutzten Arbeitsplätzen |
| Anwesenheitsprognose | Schätzt den erwarteten Arbeitsplatz- und Flächenbedarf |
| Belegungsschwelle | Definiert den betrieblich akzeptierten Kapazitätsbereich |
| Nutzungsziel | Legt den angestrebten Grad der Flächeneffizienz fest |
Das Verhältnis von Arbeitsplätzen zu Beschäftigten kann als Arbeitsplätze je teilnahmeberechtigter Person oder als Personen je Arbeitsplatz angegeben werden. Beide Darstellungen sind zulässig, dürfen jedoch in Berichten nicht vermischt werden. Ein Verhältnis von 0,60 Arbeitsplätzen je Beschäftigten entspricht beispielsweise 1,67 Beschäftigten je Arbeitsplatz.
Die Anwesenheitsprognose bestimmt, wie viele Personen voraussichtlich vor Ort sein werden. Daraus wird der konkrete Schreibtischbedarf abgeleitet. Dieser kann niedriger als die Gesamtanwesenheit sein, wenn sich Teile der Belegschaft überwiegend in Besprechungen, Schulungen oder anderen Funktionsbereichen aufhalten.
Eine Belegungsschwelle ist eine betriebliche Steuerungsgröße und sollte unterhalb einer verbindlichen physischen Obergrenze liegen. Sie schafft einen Puffer für unerwartete Anwesenheit, Störungen, Besucher oder kurzfristig gesperrte Arbeitsplätze.
Das Nutzungsziel beschreibt dagegen den gewünschten Effizienzbereich und ist keine Erlaubnis, Sicherheits- oder Kapazitätsgrenzen zu überschreiten.
Anwesenheitsquoten
Maximale Zahl anwesender Beschäftigter: Eine Anwesenheitsquote legt fest, wie viele Personen an einem Standort, auf einer Etage oder in einem Bereich für einen bestimmten Zeitraum eingeplant oder zugelassen werden können. Sie kann als harte Buchungsgrenze oder als weiche Planungsschwelle eingerichtet werden.
Abteilungsbezogene Zuteilungen: Kapazitäten können auf Basis von Personalstärke, betrieblichem Bedarf, erforderlicher Ausstattung, nachgewiesenen Anwesenheitsmustern und Zusammenarbeit zwischen Bereichen verteilt werden. Zuteilungen sollten regelmäßig überprüft und nicht als dauerhaftes Flächeneigentum einer Abteilung behandelt werden.
Teamquoten: Teambezogene Kontingente unterstützen gemeinsame Präsenztage. Gleichzeitig sollte ein angemessener gemeinsamer Arbeitsplatzpool erhalten bleiben, damit kurzfristige Anforderungen und bereichsübergreifende Zusammenarbeit möglich sind.
Steuerung von Spitzenzeiten: Bei hoher Nachfrage können Buchungsfenster, Wartelisten, gestaffelte Teamtage, priorisierte Nutzergruppen oder zusätzliche freigegebene Bereiche eingesetzt werden. Eine unkontrollierte Überbuchung ist zu vermeiden, da sie die Verlässlichkeit des Systems und die Sicherheit der betrieblichen Abläufe beeinträchtigt.
Belegungsgrenzen
Maximale Arbeitsplatzbelegung: Die Zahl gleichzeitig belegter Arbeitsplätze darf die Zahl der betriebsbereiten und freigegebenen Arbeitsplätze nicht überschreiten. Gesperrte, defekte oder nicht vollständig ausgestattete Plätze sind aus der Kapazität zu entfernen.
Gebäude- und Etagenbegrenzungen: Die zulässige Personenzahl kann durch genehmigte Gebäudenutzung, Brandschutz, Flucht- und Rettungswege, Barrierefreiheit, Sicherheitszonen, technische Gebäudeausrüstung und weitere örtlich geltende Anforderungen begrenzt sein. Diese verbindlichen Grenzen haben Vorrang vor internen Auslastungszielen.
Betriebliche Schwellenwerte: Organisationen können niedrigere interne Schwellenwerte festlegen, um ausreichende Reserven für Besprechungsräume, Sanitärbereiche, Empfang, Aufzüge, Lüftung, Reinigung, Gastronomie oder Sicherheitsdienste sicherzustellen.
Einhaltung von Arbeitsplatz- und Sicherheitsrichtlinien: FM muss sicherstellen, dass Buchungssysteme und Anwesenheitsprozesse keine Reservierungen oberhalb verbindlicher Grenzen zulassen. Ausnahmen sind nur über ein dokumentiertes und fachlich geprüftes Verfahren zu genehmigen.
Rolle des Desk Sharings bei der Flächenoptimierung: Nutzungseffizienz
Reduzierung leer stehender Arbeitsplätze: Durch die gemeinsame Nutzung können dauerhaft unbesetzte Schreibtische reduziert werden. Maßgeblich ist nicht nur, ob ein Platz an einem Tag genutzt wurde, sondern wie lange und zu welchen Zeiten er tatsächlich belegt war.
Verbesserte Nutzung vorhandener Büroflächen: Flächen können stärker nach Tätigkeiten und Nutzungsmustern organisiert werden. Untergenutzte Standardarbeitsbereiche lassen sich beispielsweise teilweise in Besprechungs-, Konzentrations-, Projekt- oder Sozialflächen umwandeln, sofern ein nachgewiesener Bedarf besteht.
Erhöhte Flexibilität bei der Arbeitsplatzzuweisung: Arbeitsplätze können zwischen Teams, Projekten und Nutzergruppen bedarfsgerecht verteilt werden. Die Flexibilität darf jedoch nicht dazu führen, dass Beschäftigte regelmäßig keinen geeigneten Platz finden oder übermäßige Zeit für Suche und Einrichtung benötigen.
Flächenoptimierung bedeutet nicht, eine möglichst hohe Belegung um jeden Preis zu erreichen. Ein funktionsfähiges Büro benötigt freie Reserven, unterschiedliche Raumtypen, angemessene Bewegungsflächen und Möglichkeiten für vertrauliche, konzentrierte und gemeinschaftliche Arbeit.
Kapazitätsoptimierung
Abstimmung des Arbeitsplatzangebots auf die Anwesenheitsnachfrage: Das Arbeitsplatzangebot ist anhand belastbarer Nutzungsdaten und Prognosen zu dimensionieren. Dabei sind normale Nachfrage, regelmäßig auftretende Spitzen und außergewöhnliche Ereignisse getrennt zu betrachten.
Steuerung schwankender Belegungsstände: Flexible Zonen, variable Buchungskontingente, Überlaufbereiche und zeitlich begrenzte Freigaben ermöglichen eine Reaktion auf wechselnde Belegung. Temporäre Maßnahmen dürfen dauerhaft strukturelle Kapazitätsprobleme jedoch nicht verdecken.
Effiziente Verteilung von Arbeitsplatzressourcen: Neben Schreibtischen sind Monitore, Dockingstationen, Schließfächer, Besprechungsräume, Konzentrationsräume, Stromversorgung, Netzwerkkapazität, Reinigung und technische Unterstützung einzubeziehen. Eine hohe Schreibtischkapazität ist nicht ausreichend, wenn ergänzende Einrichtungen regelmäßig überlastet sind.
Messung der Flächennutzung: Leistungskennzahlen
| Kennzahl | Zweck |
|---|---|
| Arbeitsplatzbelegungsgrad | Misst die tatsächliche Nutzung der verfügbaren Arbeitsplätze |
| Anwesenheitsquote | Misst die Präsenz der Beschäftigten am Standort |
| Flächennutzungsgrad | Bewertet die Nutzungseffizienz der gesamten betrachteten Arbeitsumgebung |
| Spitzenbelegung | Identifiziert den höchsten gleichzeitigen Kapazitätsbedarf |
Der Arbeitsplatzbelegungsgrad kann zu einem bestimmten Messzeitpunkt als Zahl belegter Arbeitsplätze geteilt durch die Zahl betriebsbereiter Arbeitsplätze berechnet werden. Für Zeitraumauswertungen ist die Berechnung belegter Arbeitsplatzstunden im Verhältnis zu verfügbaren Arbeitsplatzstunden aussagekräftiger.
Die Anwesenheitsquote ist nur vergleichbar, wenn der Nenner eindeutig definiert wird. Für allgemeine Standortanalysen kann die tatsächliche Anwesenheit mit der teilnahmeberechtigten Belegschaft verglichen werden. Für die Einhaltung einer Planung sollte dagegen die tatsächliche Anwesenheit mit der geplanten Anwesenheit verglichen werden.
Der Flächennutzungsgrad kann mehrere Raumarten einbeziehen. Dabei werden belegte Kapazitätsstunden den verfügbaren Kapazitätsstunden gegenübergestellt. Besprechungsräume, Projektflächen und Konzentrationsräume sollten getrennt ausgewertet werden, da eine gemeinsame Durchschnittskennzahl lokale Überlastungen verdecken kann.
Die Spitzenbelegung ist die höchste validierte gleichzeitige Belegung innerhalb eines definierten Zeitraums. Kurzzeitige Messfehler oder einzelne Sensorausreißer sind vor der Verwendung zu prüfen. Für langfristige Kapazitätsentscheidungen kann zusätzlich ein hoher statistischer Nachfragewert verwendet werden, damit seltene Extremereignisse nicht allein die gesamte Flächenplanung bestimmen.
Ergänzende Kennzahlen können Buchungsquote, Nichtantrittsquote, Stornierungsquote, durchschnittliche Buchungsvorlaufzeit, abgewiesene Buchungsanfragen, Arbeitsplatzstörungen und Nutzerzufriedenheit umfassen.
Nutzungsanalyse
Überwachung von Belegungstrends: Daten sind nach Zeit, Standort, Etage, Zone, Team und Arbeitsplatztyp auszuwerten. Dadurch werden wiederkehrende Spitzen, schwach genutzte Zeiträume und Verschiebungen im Nutzerverhalten erkennbar.
Ermittlung untergenutzter Bereiche: Niedrige Nutzung kann durch ungeeignete Ausstattung, schlechte Akustik, ungünstige Lage, technische Probleme, fehlende Tageslichtqualität oder eine unpassende Teamzuordnung verursacht werden. Eine geringe Belegung ist deshalb nicht automatisch ein Nachweis für einen dauerhaft entbehrlichen Bereich.
Bewertung der Wirksamkeit des Desk Sharings: Die Bewertung sollte sowohl Flächenkennzahlen als auch Nutzererfahrung berücksichtigen. Hohe Auslastung bei häufigen Suchzeiten, fehlenden geeigneten Plätzen oder geringer Zufriedenheit weist auf ein nicht ausgewogenes Konzept hin.
Unterstützung von Arbeitsplatzentscheidungen: Nutzungsanalysen bilden die Grundlage für Anpassungen von Arbeitsplatzquoten, Teamzonen, Buchungsregeln, Raumtypen, Reinigungsintervallen und Investitionen. Entscheidungen sollten nicht allein auf Daten aus einzelnen Wochen oder außergewöhnlichen Betriebsphasen beruhen.
Optimierungsstrategien: Bedarfsorientierte Zuweisung
Anpassung des Arbeitsplatzangebots: Buchbare Kapazitäten können entsprechend den Anwesenheitsmustern erweitert, reduziert oder zwischen Bereichen verschoben werden. Vor baulichen Änderungen sollten zunächst betriebliche Maßnahmen wie geänderte Zonen, Buchungsfreigaben oder Möblierungsanpassungen geprüft werden.
Steuerung von Spitzenbelegungen: Wiederkehrende Spitzentage können durch abgestimmte Teamtage, gestaffelte Arbeitszeiten, begrenzte Kontingente, frühzeitige Buchungsaufforderungen und zusätzliche Überlaufplätze entlastet werden. Ein dauerhaft hoher Spitzenbedarf kann dagegen eine strukturelle Kapazitätsanpassung erfordern.
Verbesserung der Arbeitsplatzflexibilität: Ein ausgewogener Bestand aus Standard-, Konzentrations-, Team-, Projekt- und barrierefreien Arbeitsplätzen ermöglicht eine bedarfsgerechte Auswahl. Die Arbeitsplatzmerkmale müssen im Reservierungssystem korrekt und aktuell abgebildet sein.
Kontinuierliche Verbesserung
Überprüfung der Belegungsleistung: FM sollte operative Kennzahlen regelmäßig und strategische Entwicklungen in festgelegten Berichtszyklen prüfen. Abweichungen sind nach Ursache, Dauer, betroffenen Bereichen und betrieblicher Wirkung zu bewerten.
Weiterentwicklung der Desk-Sharing-Verhältnisse: Eine Veränderung des Verhältnisses von Arbeitsplätzen zu Beschäftigten sollte erst erfolgen, wenn Daten über einen repräsentativen Zeitraum vorliegen. Saisonale Effekte, Organisationsveränderungen, Wachstum und geplante Präsenzregelungen sind einzubeziehen.
Anpassung von Anwesenheitsquoten und Grenzen: Quoten können nach tatsächlicher Nachfrage, verfügbaren Ressourcen und betrieblichen Prioritäten angepasst werden. Verbindliche Sicherheits- und Gebäudekapazitäten dürfen dabei nicht verändert oder durch Systemkonfigurationen umgangen werden.
Änderungen sollten zunächst in begrenzten Bereichen getestet, mit den betroffenen Nutzergruppen ausgewertet und anschließend kontrolliert ausgerollt werden. Entscheidungsgrundlagen, freigegebene Änderungen und erwartete Wirkungen sind zu dokumentieren.
Verantwortlichkeiten des FM: Betriebliches Management
Verwaltung des Desk-Sharing-Programms: FM verantwortet den nutzbaren Arbeitsplatzbestand, die räumliche Zuordnung, Arbeitsplatzstandards, Buchungsregeln, Betriebsprozesse und die Koordination von Störungsbehebungen. Für jeden Arbeitsplatz sollte ein eindeutiger Status wie verfügbar, reserviert, belegt, gesperrt oder außer Betrieb geführt werden.
Steuerung der Anwesenheitskapazität: FM konsolidiert Prognosen, Buchungen und tatsächliche Belegungsdaten. Bei erwarteten Engpässen müssen definierte Eskalations- und Entlastungsmaßnahmen ausgelöst werden.
Durchsetzung von Belegungsrichtlinien: Regeln sind einheitlich, nachvollziehbar und verhältnismäßig anzuwenden. Wiederholte Verstöße sollten zunächst auf unklare Prozesse, technische Probleme oder fehlende Schulung untersucht werden, bevor personenbezogene Maßnahmen eingeleitet werden.
Die Verantwortlichkeiten sind mit Personalwesen, IT, Arbeitsschutz, Unternehmenssicherheit, Datenschutz, Reinigung, Führungskräften und gegebenenfalls Arbeitnehmervertretungen abzustimmen. Eine dokumentierte Rollenverteilung verhindert Lücken und widersprüchliche Entscheidungen.
Arbeitsplatzkoordination
Zuweisung von Arbeitsplatzressourcen: FM stellt sicher, dass Standardarbeitsplätze, Sonderausstattung, barrierefreie Plätze, Teamzonen und Besucherarbeitsplätze entsprechend dem Bedarf verteilt werden.
Überwachung der Arbeitsplatzverfügbarkeit: Gesperrte oder defekte Arbeitsplätze müssen zeitnah im Buchungssystem gekennzeichnet werden. Die digitale Anzeige darf keine Plätze als verfügbar ausweisen, die vor Ort nicht vollständig nutzbar sind.
Unterstützung der Beschäftigtenanforderungen: Beschäftigte benötigen klare Informationen, erreichbaren Support und ein geregeltes Verfahren für ergonomische, technische oder barrierefreie Anforderungen. Für dauerhaft benötigte Sonderausstattung kann eine feste oder priorisierte Zuweisung geeigneter sein als ein vollständig freies Sharing-Modell.
Technische Unterstützungssysteme: Arbeitsplatzreservierungssysteme
Vorausbuchung: Beschäftigte können Arbeitsplätze für einen festgelegten Zeitraum reservieren. Eine visuelle Flächenansicht sowie Filter nach Arbeitsplatzmerkmalen erleichtern die Auswahl.
Reservierungsverwaltung: Das System sollte Änderungen, Stornierungen, Check-in, automatische Freigaben, Wartelisten und gegebenenfalls Teamkontingente unterstützen. Rollen und Berechtigungen müssen klar geregelt sein.
Echtzeitverfügbarkeit: Die angezeigte Verfügbarkeit sollte Buchungs-, Check-in- und Sperrinformationen möglichst zeitnah zusammenführen. Sensorinformationen können ergänzend verwendet werden, dürfen aber nicht ohne definierte Regeln automatisch jede Reservierung überschreiben.
Weitere wichtige Funktionen sind zentrale Anmeldung, mobile Nutzung, barrierefreie Bedienung, Schnittstellen zu Kalendern und Gebäudesystemen, nachvollziehbare Protokollierung sowie die Möglichkeit, Störungen direkt einem Arbeitsplatz zuzuordnen.
Anwesenheitsmanagementsysteme
Anwesenheitsregistrierung und -verfolgung: Systeme können geplante Präsenztage, freiwillige oder verpflichtende Anmeldungen und tatsächliche Check-ins erfassen. Die Funktion ist von Arbeitszeiterfassung und Leistungskontrolle eindeutig abzugrenzen, sofern diese nicht ausdrücklich Teil eines zulässigen Prozesses sind.
Kapazitätsüberwachung: Geplante und tatsächliche Anwesenheit wird mit Standort-, Etagen- und Bereichsgrenzen verglichen. Bei Annäherung an Schwellenwerte können Warnungen oder Buchungsbeschränkungen ausgelöst werden.
Belegungsberichte: Berichte sollten Abweichungen zwischen Planung, Reservierung und tatsächlicher Nutzung darstellen. Aggregierte Daten sind für strategische Entscheidungen meist ausreichend; personenbezogene Detaildaten sollten nur für klar definierte betriebliche Zwecke zugänglich sein.
Werkzeuge zur Belegungsüberwachung
Echtzeitmessung: Belegung kann durch Arbeitsplatzsensoren, Personenzähler, Zutrittssysteme, Netzwerkdaten oder manuelle Kontrollgänge ermittelt werden. Die jeweilige Technologie misst unterschiedliche Sachverhalte und muss entsprechend interpretiert werden.
Nutzungsanalysen: Analysewerkzeuge können Belegungsprofile, Spitzenzeiten, Aufenthaltsdauer und wiederkehrende Nutzungsmuster darstellen. Ergebnisse sollten mit Buchungs- und Anwesenheitsdaten abgeglichen werden.
Trendberichte: Langfristige Berichte unterstützen Portfolio-, Miet-, Umbau- und Investitionsentscheidungen. Vor der Nutzung sind Messgenauigkeit, Datenlücken, Sensorstatus und Veränderungen der Flächenkonfiguration zu prüfen.
Sensoren und Datenquellen sind regelmäßig zu kalibrieren und zu überwachen. Daten sollten möglichst aggregiert oder anonymisiert verarbeitet werden. Erhebungszweck, Zugriff, Aufbewahrungsdauer und Löschung müssen Bestandteil der Systemgovernance sein.
Technologieanwendungen für die Belegungssteuerung
| Technologiefunktion | FM-Anwendung |
|---|---|
| Arbeitsplatzbuchungsplattform | Zuweisung und Freigabe von Arbeitsplätzen |
| Anwesenheitssystem | Planung und Verwaltung der Präsenz |
| Belegungsanalyse | Messung und Bewertung der Flächennutzung |
| Kapazitätsdashboard | Überwachung von Quoten, Schwellenwerten und Grenzen |
| Berichtswerkzeuge | Entscheidungsunterstützung und Flächenplanung |
Die Systeme sollten über definierte Schnittstellen zusammenarbeiten. Arbeitsplatzidentifikationen, Flächenhierarchien, Kapazitätswerte und Nutzergruppen müssen in allen Anwendungen konsistent sein. Andernfalls können unterschiedliche Systeme widersprüchliche Verfügbarkeits- oder Belegungswerte anzeigen.
Für kritische Funktionen sind Ausfallverfahren vorzusehen. Dazu gehören manuelle Belegungslisten, alternative Check-in-Prozesse, lokale Kapazitätsanzeigen und festgelegte Verantwortlichkeiten bei Systemstörungen. Informationssicherheit, Rollenberechtigungen, Protokollierung und regelmäßige Datenqualitätskontrollen sind verbindliche Bestandteile des Betriebs.
Leistungsüberwachung und Berichterstattung: Bewertung der Belegungsleistung
Überwachung gegenüber festgelegten Grenzen: Dashboards sollten aktuelle Belegung, verfügbare Restkapazität und Annäherung an betriebliche oder verbindliche Grenzen darstellen. Warnstufen müssen mit konkreten Reaktionen verknüpft sein.
Messung der Arbeitsplatznutzung: Belegungsgrade sind nach Standort, Etage, Zone, Arbeitsplatztyp und Zeitraum auszuweisen. Durchschnittswerte müssen gemeinsam mit Spitzenwerten, Schwankungen und Datenqualität betrachtet werden.
Bewertung der Anwesenheitskonformität: Geplante, gebuchte und tatsächliche Anwesenheit werden verglichen. Relevante Kennzahlen sind unter anderem Planabweichung, unangekündigte Anwesenheit, Nichtantrittsquote und Überschreitung von Teamkontingenten.
Operative Berichte können täglich oder wöchentlich erstellt werden, während taktische und strategische Auswertungen in längeren Intervallen erfolgen. Jede wesentliche Abweichung sollte mit Ursache, Auswirkung, verantwortlichem Bereich und vereinbarter Maßnahme dokumentiert werden.
Kontinuierliche Verbesserung des Arbeitsplatzes
Optimierung der Desk-Sharing-Regelungen: Buchungsfristen, Check-in-Zeiten, automatische Freigaben, Teamzonen und Arbeitsplatzmerkmale sind anhand der tatsächlichen Nutzung zu überprüfen. Wiederkehrende Beschwerden oder Umgehungen können auf unpraktische Regeln hinweisen.
Anpassung der Anwesenheitsquoten: Kontingente sollten erhöht, reduziert oder neu verteilt werden, wenn Nachfrage, Organisationsstruktur oder Arbeitsplatzangebot sich dauerhaft verändern. Vor einer Anpassung sind Auswirkungen auf andere Bereiche und gemeinsame Ressourcen zu prüfen.
Verbesserung der Flächennutzungsleistung: Untergenutzte Flächen können neu ausgestattet, anders zugeordnet oder für andere Arbeitsformen umgestaltet werden. Überlastete Bereiche benötigen möglicherweise zusätzliche Kapazität, veränderte Teamzuweisungen oder eine andere Mischung von Raumtypen.
Jede Optimierungsmaßnahme sollte einen dokumentierten Ausgangswert, ein messbares Ziel, eine verantwortliche Stelle und einen festgelegten Überprüfungstermin erhalten. Nach der Umsetzung werden Nutzung, betriebliche Wirkung und Nutzererfahrung erneut gemessen und bei Bedarf weitere Anpassungen eingeleitet.
