Pflanzen als dauerhaft zu betreibende Ausstattung verstehen
Pflanzen, begrünte Raumteiler und größere Innenraumbegrünungen gehören inzwischen zum Erscheinungsbild vieler moderner Büroarbeitswelten. Auf der Büro-Microsite werden Pflanzen bereits im Zusammenhang mit Wohlbefinden, Raumgestaltung, Zonierung und nachhaltigen Arbeitswelten angesprochen. Eine eigenständige Seite zur betrieblichen Organisation von Innenraumbegrünung besteht bislang jedoch nicht.
Gerade aus Facility-Management-Sicht ist dies relevant: Pflanzen sind nach der gestalterischen Planung nicht „fertig“, sondern benötigen Pflege, Wasser, geeignete Standorte und dauerhaft klare Zuständigkeiten.
Innenraumbegrünung und Pflanzenmanagement nachhaltig integrieren
Innenraumbegrünung sollte nicht allein aus dekorativen Gründen verteilt werden.
Pflanzen können gezielt eingesetzt werden, um:
große Flächen räumlich zu gliedern,
Übergänge zwischen Zonen zu markieren,
Aufenthaltsbereiche aufzuwerten,
Sichtbeziehungen zu strukturieren,
repräsentative Bereiche zu gestalten.
Dabei müssen sie zu den tatsächlichen Bedingungen des Standorts passen.
Lichtverhältnisse, Raumtemperatur, Zugluft, Bewässerungsmöglichkeiten und verfügbare Pflegekapazitäten beeinflussen die Eignung.
Betriebs- und Pflegekonzept festlegen
Je größer der Bestand, desto weniger sinnvoll ist eine informelle Pflege durch einzelne Beschäftigte.
Ein professionelles Pflanzenmanagement sollte festlegen:
wer bewässert,
wer den Zustand kontrolliert,
wer Pflanzen ersetzt,
wie Schädlingsbefall behandelt wird,
wie Abwesenheitszeiten berücksichtigt werden,
welche Dienstleister zuständig sind.
Bei größeren Pflanzsystemen können automatische Bewässerung oder spezialisierte Pflegedienstleistungen sinnvoll sein.
Schäden am Gebäude vermeiden
Bewässerung muss so organisiert werden, dass keine Schäden an Bodenbelägen, Möbeln oder Gebäudeteilen entstehen.
Übertöpfe, Pflanzgefäße und Bewässerungssysteme sollten standsicher, dicht und für den vorgesehenen Standort geeignet sein.
Besondere Aufmerksamkeit benötigen Pflanzen in der Nähe technischer Einrichtungen, elektrischer Anschlüsse oder empfindlicher Oberflächen.
Fluchtwege und Verkehrsflächen freihalten
Innenraumbegrünung darf die funktionale Büroorganisation nicht beeinträchtigen.
Pflanzgefäße dürfen Verkehrswege nicht unnötig einengen, Türbereiche blockieren oder die Orientierung erschweren.
Bei größeren mobilen Pflanzinseln sollte deshalb ein verbindlicher Aufstellplan vorhanden sein.
Pflanzen in Desk-Sharing-Flächen
Flexible Büros besitzen weniger persönliche Arbeitsplatzgestaltung. Gemeinsame Pflanzen können dort einen Beitrag zur Identität von Team- oder Aufenthaltsbereichen leisten, ohne einzelne Arbeitsplätze dauerhaft zu personalisieren.
Wichtig bleibt, dass Pflegeverantwortung nicht automatisch auf die jeweils anwesenden Beschäftigten übertragen wird.
Qualität regelmäßig überprüfen
Ein schlecht gepflegter Pflanzenbestand erzeugt den gegenteiligen Eindruck des ursprünglich gewünschten hochwertigen Arbeitsumfelds.
Deshalb sollten Zustand und Gestaltung regelmäßig überprüft werden. Abgestorbene Pflanzen, beschädigte Gefäße oder dauerhaft ungeeignete Standorte sind zeitnah zu korrigieren.
Auch die ursprüngliche Gestaltung kann sich mit veränderten Flächenkonzepten überholen.
Begrünung als Teil des Workplace-Betriebs
Professionelles Pflanzenmanagement verbindet Gestaltung, Pflege, Gebäudeschutz und Nutzererlebnis.
Es behandelt Pflanzen weder als bloßes Dekorationselement noch als private Aufgabe engagierter Beschäftigter. Stattdessen werden sie als bewusst eingesetzter Bestandteil der Arbeitsumgebung organisiert, dessen Qualität über den gesamten Nutzungszeitraum erhalten werden muss.