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Zellen-, Kombi- und Großraumbüro

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Zellen-, Kombi- und Großraumbüro im Vergleich moderner Büroformen

Zellenbüro, Kombibüro und Open-Plan-Büro in Bürogebäuden

Die Büroform ist ein wesentliches Instrument der Arbeitsplatzplanung und des Facility Managements. Sie beeinflusst Konzentration, Kommunikation, Flächennutzung, technische Versorgung, Betriebskosten und die Anpassungsfähigkeit einer Organisation. Zellenbüro, Kombibüro und Open-Plan-Büro erfüllen unterschiedliche betriebliche Anforderungen und müssen deshalb anhand von Tätigkeitsprofilen, Belegungsdaten, Datenschutz, Akustik, Arbeitsschutz und langfristigen Organisationszielen bewertet werden.

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Zellenbüro

Ein Zellenbüro besteht aus vollständig oder weitgehend umschlossenen Einzel- oder kleinen Mehrpersonenräumen. Die Arbeitsplätze sind üblicherweise fest zugeordnet und über einen gemeinsamen Flur erreichbar. In der deutschen Arbeitsstättenregel ASR A1.2 werden Zellenbüros als Einzel- oder Mehrpersonenbüros beschrieben, die in der Regel entlang der Fassade angeordnet sind. Mehrpersonenbüros umfassen dort üblicherweise bis zu sechs Büro- oder Bildschirmarbeitsplätze.

Der Zweck des Zellenbüros besteht darin, einen räumlich kontrollierten Arbeitsbereich bereitzustellen. Es unterstützt Tätigkeiten, bei denen Konzentration, Vertraulichkeit, persönliche Verantwortlichkeit oder eine geringe Unterbrechungshäufigkeit erforderlich sind. Innerhalb eines Bürogebäudes übernimmt das Zellenbüro damit die Funktion eines geschützten Arbeitsraums, der deutlich von Verkehrs-, Kommunikations- und Gemeinschaftsflächen getrennt ist.

Die Vergabe eines Zellenbüros sollte aus Facility-Management-Sicht nicht ausschließlich an Hierarchieebenen gekoppelt werden. Maßgeblich sollten der tatsächliche Tätigkeitsbedarf, die notwendige Sprach- und Sichtvertraulichkeit, die Häufigkeit vertraulicher Gespräche sowie der Bedarf an besonderer technischer Ausstattung sein.

Physische Merkmale

Element

Beschreibung

Arbeitsplatzanordnung

Einzelne, geschlossene Räume mit festen Wänden oder raumhohen Systemtrennwänden; Zugang meist über einen Flur

Belegung

Einzelbelegung oder kleine gemeinsame Belegung, häufig mit fest zugeordneten Arbeitsplätzen

Privatsphäre

Hoch, sofern Türen, Trennwände, Verglasungen und Installationsdurchführungen entsprechend ausgeführt sind

Geräuschkontrolle

Hohe akustische Trennung gegenüber benachbarten Räumen und Verkehrsflächen

Kommunikationsmuster

Überwiegend formal und geplant; spontane Kommunikation findet meist außerhalb des Büros statt

Die tatsächliche Schutzwirkung eines Zellenbüros hängt nicht allein von der vorhandenen Wand ab. Entscheidend sind auch Türdichtungen, Glasanschlüsse, abgehängte Decken, Installationsöffnungen, Lüftungsüberströmungen und flankierende Schallübertragungswege. Eine hochwertige Trennwand kann ihre Wirkung verlieren, wenn Schall beispielsweise über den Deckenhohlraum oder offene Lüftungsgitter in den Nachbarraum gelangt.

Zellenbüros verfügen häufig über eigene Beleuchtungs-, Sonnenschutz- und Temperaturregelungen. Dadurch entsteht eine hohe individuelle Kontrollmöglichkeit. Gleichzeitig steigt die Zahl der zu betreibenden Bauteile und technischen Regelzonen.

Arbeitsplatzfunktionen

Aufgaben mit hohem Konzentrationsbedarf. Zellenbüros eignen sich für Analysen, Planungen, Programmierarbeiten, Vertragsprüfungen, wissenschaftliche Tätigkeiten, das Erstellen komplexer Berichte und andere Aufgaben, bei denen längere ununterbrochene Arbeitsphasen erforderlich sind. Die geringe Zahl visueller und akustischer Reize unterstützt eine kontrollierte Arbeitsumgebung.

Vertrauliche und sensible Tätigkeiten. Personalgespräche, juristische Beratungen, Finanzanalysen, Beschaffungsverhandlungen, Managementgespräche und die Bearbeitung personenbezogener oder sicherheitsrelevanter Informationen benötigen häufig einen geschlossenen Raum. Neben der akustischen Vertraulichkeit sind gegebenenfalls Zutrittskontrolle, Sichtschutz, abschließbare Aufbewahrung und besondere IT-Sicherheitsmaßnahmen erforderlich.

Individuell ausgerichtete Arbeitsprozesse. Das Konzept unterstützt Beschäftigte, deren Aufgaben überwiegend selbstständig ausgeführt werden. Es ist außerdem für Arbeitsplätze geeignet, die umfangreiche persönliche Unterlagen, spezielle Geräte oder häufige Video- und Telefongespräche erfordern.

Bei Funktionen mit kontinuierlichem, informellem Abstimmungsbedarf kann ein ausschließliches Zellenbürokonzept die Zusammenarbeit erschweren. In diesem Fall müssen gut erreichbare Besprechungs-, Projekt- und Kommunikationsflächen ergänzt werden.

Facility-Management-Aspekte

Anforderungen an die Flächenzuordnung. Bei der Flächenplanung sind nicht nur Schreibtisch und Bürostuhl zu berücksichtigen. Erforderlich sind auch Bewegungsflächen, Stauraum, Türfunktionsflächen, Zugänge zu Fenstern und technischen Einrichtungen, Verkehrswege, Barrierefreiheit sowie Flucht- und Rettungswege. Für Deutschland nennt die ASR A1.2 für Zellenbüros einen Orientierungswert von 8 bis 10 Quadratmetern je Arbeitsplatz einschließlich Möblierung und anteiliger Verkehrsflächen im Raum. Dieser Wert ersetzt keine objektspezifische Prüfung und ist nicht ohne Weiteres auf andere Rechtsräume übertragbar.

Die Raumvergabe sollte durch eine dokumentierte Arbeitsplatzrichtlinie geregelt werden. Darin können Kriterien wie Vertraulichkeitsbedarf, Konzentrationsanteil, technische Ausstattung, Besucherfrequenz und Anwesenheitsquote festgelegt werden. Dadurch wird verhindert, dass abgeschlossene Büros dauerhaft leer stehen, während an anderer Stelle Räume fehlen.

Umwelt- und Komfortregelung in einzelnen Büros. Beleuchtung, Raumtemperatur, Luftqualität und Sonnenschutz lassen sich in kleinen Räumen vergleichsweise gezielt steuern. Dafür sind geeignete Regelzonen, Thermostate, Volumenstromregelungen, Beleuchtungssensoren und bedienbare Verschattungseinrichtungen erforderlich. Geschlossene Türen dürfen nicht dazu führen, dass Luftwechsel oder Temperaturregelung beeinträchtigt werden.

Viele kleine Regelzonen erhöhen jedoch die technische Komplexität. Sensoren, Stellventile, Leuchten, Bedienelemente und Lüftungskomponenten müssen in das Wartungs- und Energiemanagement aufgenommen werden. In Deutschland werden unter anderem Lärm, Lüftung sowie Beleuchtung und Sichtverbindung durch separate Technische Regeln für Arbeitsstätten behandelt.

Instandhaltung von Trennwänden, Türen und abgeschlossenen Bereichen. Zellenbüros besitzen eine hohe Zahl an Türen, Beschlägen, Schlössern, Trennwandanschlüssen und Wandoberflächen. Regelmäßige Prüfungen sollten Türschließung, Dichtungen, Schallschutzanschlüsse, Verglasung, Sonnenschutz, Lüftungsauslässe und elektrische Installationen einschließen.

Bei einer Veränderung der Raumaufteilung müssen Brandschutz, Fluchtwege, Brandmelder, Sprinkler, Sicherheitsbeleuchtung, Lüftungsbilanz und gegebenenfalls die Raumautomation erneut geprüft werden. Verschobene Systemtrennwände dürfen nicht isoliert als Möblierungsmaßnahme behandelt werden.

Auswirkungen auf das Belegungsmanagement. Die Zuordnung einzelner Räume ist administrativ einfach, kann aber zu versteckter Unterauslastung führen. Ein Raum gilt möglicherweise als vergeben, obwohl die zugeordnete Person nur selten anwesend ist. Facility Manager sollten daher sowohl die organisatorische Zuordnung als auch die tatsächliche Nutzung auswerten.

Nicht dauerhaft benötigte Zellen können als Konzentrationsräume, Videokonferenzräume, vertrauliche Besprechungsräume oder temporäre Arbeitsplätze genutzt werden. Dafür sind klare Buchungsregeln, Ausstattungsvorgaben, Zugangsrechte und Reinigungsprozesse erforderlich.

Kombibüro

Ein Kombibüro verbindet abgeschlossene Einzelarbeitsbereiche mit gemeinschaftlich genutzten Büro-, Kommunikations- und Serviceflächen. Typisch sind kleine Arbeitszellen oder Arbeitskojen, die um eine zentrale Gemeinschaftsfläche angeordnet sind. Transparente oder teiltransparente Trennwände können Sichtbeziehungen zwischen Einzel- und Gemeinschaftsbereichen herstellen.

Die ASR A1.2 beschreibt Kombibüros als Kombinationen aus Zellenbüro und Großraumbüro. Die einzelnen Arbeitsbereiche sind dabei häufig um einen Gemeinschaftsraum mit Besprechungsecken, Registraturen, Serviceeinrichtungen oder Teeküchen gruppiert.

Ein Kombibüro ist damit nicht lediglich eine beliebige Ansammlung verschiedener Raumarten. Es handelt sich um ein bewusst integriertes Arbeitsplatzkonzept. Konzentrierte Einzelarbeit findet in den geschützten Bereichen statt, während Kommunikation, kurze Abstimmungen, Projektarbeit und gemeinschaftliche Funktionen in den geteilten Flächen erfolgen.

Physische Merkmale

Element

Beschreibung

Arbeitsplatzanordnung

Kombination aus abgeschlossenen Arbeitsräumen und gemeinsam genutzten Flächen

Belegung

Einzelbezogene und teambasierte Nutzung innerhalb derselben Büroeinheit

Privatsphäre

Mittel bis hoch; hohe Privatsphäre in den Arbeitszellen und geringere Privatsphäre in Gemeinschaftsbereichen

Kollaborationsbereiche

Eigene Besprechungs-, Projekt-, Kommunikations- und Unterstützungsflächen

Flexibilität

Mittel; Gemeinschaftsbereiche sind gut anpassbar, während die Arbeitszellen stärker baulich gebunden sind

Die Gemeinschaftsfläche bildet häufig die funktionale Mitte des Kombibüros. Sie kann als Kommunikationszone, Projektraum, informeller Besprechungsbereich oder gemeinsame Ablage- und Servicefläche dienen. Ihre Gestaltung muss jedoch so erfolgen, dass Lärm und Laufwege die angrenzenden Einzelarbeitsplätze nicht beeinträchtigen.

Verglaste Trennwände verbessern Sichtbeziehungen und Tageslichtverteilung, stellen jedoch nicht automatisch Sprachvertraulichkeit her. Die akustische Leistung der Verglasung, der Türen und der Anschlüsse muss entsprechend dem Nutzungszweck festgelegt werden.

Arbeitsplatzfunktionen

Individuelle konzentrierte Arbeit. Abgeschlossene Arbeitszellen ermöglichen längere Konzentrationsphasen, vertrauliche Telefonate und die Bearbeitung sensibler Unterlagen. Die Beschäftigten können sich aus dem Gemeinschaftsbereich zurückziehen, ohne den organisatorischen Zusammenhang mit dem Team zu verlieren.

Teamzusammenarbeit. Gemeinsame Projektflächen unterstützen kurze Abstimmungen, Workshops, Visualisierungen und die gemeinsame Bearbeitung von Aufgaben. Die räumliche Nähe reduziert Wege und erleichtert den Wechsel zwischen Einzel- und Gruppenarbeit.

Besprechungen und Kommunikation. Das Konzept kann kleine Besprechungsecken, geschlossene Besprechungsräume, informelle Sitzgruppen und technisch ausgestattete Hybridräume umfassen. Unterschiedliche Gesprächsarten sollten räumlich voneinander getrennt werden. Ein spontanes Zweiergespräch stellt andere Anforderungen als eine mehrstündige Videokonferenz.

Unterstützung unterschiedlicher Arbeitsmuster. Kombibüros eignen sich für Organisationen, in denen Beschäftigte regelmäßig zwischen konzentrierter Arbeit, Teamabstimmung, Telefonaten, Projektarbeit und Besprechungen wechseln. Sie können sowohl fest zugeordnete als auch buchbare Arbeitsplätze enthalten.

Facility-Management-Aspekte

Zuordnung gemeinschaftlich genutzter Flächen. Der Umfang der Gemeinschaftsflächen sollte auf Basis der Tätigkeitsprofile und der tatsächlichen Nachfrage geplant werden. Zu berücksichtigen sind Besprechungsräume, Fokus- und Telefonräume, Projektflächen, Druck- und Kopierbereiche, Garderoben, Schließfächer, Ablagen und Pausenangebote.

Starre Standardquoten sind nur begrenzt geeignet. Ein Vertriebsteam benötigt möglicherweise mehr Besprechungs- und Telefonräume, während ein Planungsteam größere Projektflächen und längere Konzentrationsphasen benötigt. Die Flächenmischung sollte deshalb je Organisationseinheit oder Arbeitsprofil festgelegt werden.

Überwachung der Flächennutzung. Buchungsdaten, anonymisierte Belegungssensoren, Stichprobenzählungen und strukturierte Nutzerbefragungen können zeigen, welche Bereiche tatsächlich benötigt werden. Relevante Kennzahlen sind beispielsweise Spitzenbelegung, durchschnittliche Nutzungsdauer, Nichtantritt gebuchter Räume, Wartezeiten und Nutzung nach Raumtyp.

Datenschutz, Mitbestimmung und transparente Kommunikation sind frühzeitig zu berücksichtigen. Die Datenerhebung sollte der Optimierung von Flächen und Services dienen und nicht als verdeckte Leistungsüberwachung einzelner Beschäftigter eingesetzt werden.

Management gemeinsamer Einrichtungen. Gemeinschaftsflächen verursachen einen hohen Koordinationsbedarf. Reinigung, Verbrauchsmaterialien, audiovisuelle Technik, Möblierung, Pflanzen, Abfallentsorgung, Schließfächer und gemeinsam genutzte Geräte benötigen eindeutige Serviceverantwortlichkeiten.

Drucker, Küchen, Kopierbereiche und häufig genutzte Lagerflächen erzeugen Geräusche und Laufverkehr. Sie sollten nicht unmittelbar an Konzentrationsarbeitsplätze angrenzen oder müssen durch Abstand, Trennwände und schallabsorbierende Maßnahmen abgeschirmt werden.

Flexibilität und Anpassungsfähigkeit des Arbeitsplatzes. Demontierbare Trennwände, standardisierte Möbelsysteme, modulare Elektro- und Datenanschlüsse sowie ausreichend technische Reservekapazität erleichtern spätere Veränderungen. Gemeinschaftsflächen können beispielsweise zwischen Projektbereich, zusätzlicher Arbeitsplatzfläche oder Schulungszone wechseln.

Die Flexibilität bleibt dennoch geringer als in einer vollständig offenen Fläche, da Lage und Größe der Einzelzellen durch Fassade, Gebäudetechnik, Brandschutz und Erschließung begrenzt werden.

Open-Plan-Büro

Ein Open-Plan-Büro ist eine weitgehend offene, zusammenhängende Arbeitsfläche, die von mehreren Beschäftigten gemeinsam genutzt wird. Arbeitsplätze können in Teams, Nachbarschaften oder Funktionszonen gruppiert und durch Möbel, Pflanzen, Stellwände oder akustische Elemente gegliedert werden. Die räumliche Trennung erfolgt überwiegend ohne vollständig geschlossene Wände.

Der Begriff Open-Plan-Büro wird hier als allgemeine Bezeichnung für offene Bürolandschaften verwendet. Er ist nicht in jedem Fall mit der deutschen rechtlichen oder technischen Kategorie des Großraumbüros gleichzusetzen. Die ASR A1.2 beschreibt Großraumbüros spezifisch als organisatorische und räumliche Zusammenfassungen von Büroarbeitsplätzen auf einer Grundfläche von mindestens 400 Quadratmetern.

Das Konzept verfolgt das Ziel, Sichtbarkeit, Kommunikation, gemeinsame Ressourcennutzung und räumliche Veränderbarkeit zu unterstützen. Da Privatsphäre und akustische Abschirmung nicht durch die Grundstruktur bereitgestellt werden, sind ergänzende Fokus-, Telefon-, Besprechungs- und Rückzugsräume erforderlich.

Physische Merkmale

Element

Beschreibung

Arbeitsplatzanordnung

Große offene Arbeitsbereiche, häufig in Teamzonen oder Arbeitsplatznachbarschaften gegliedert

Belegung

Mehrere Nutzer innerhalb einer gemeinsam genutzten Fläche; feste oder nicht fest zugeordnete Arbeitsplätze möglich

Privatsphäre

Begrenzt; Sicht- und Sprachschutz müssen durch ergänzende Maßnahmen geschaffen werden

Interaktionsniveau

Hoch, da Teams und Funktionsbereiche räumlich eng miteinander verbunden sind

Anpassungsfähigkeit

Hoch, insbesondere bei modularer Möblierung und flexibler technischer Infrastruktur

Eine offene Fläche darf nicht mit einer ungegliederten Ansammlung von Schreibtischen gleichgesetzt werden. Leistungsfähige Open-Plan-Büros benötigen klar erkennbare Arbeitsplatznachbarschaften, ausreichend breite Verkehrswege, akustische Pufferzonen, gut erreichbare Unterstützungsräume und eine nachvollziehbare Zonierung.

Arbeitsplätze mit hohem Kommunikationsanteil sollten nicht unmittelbar neben Ruhebereichen liegen. Ebenso sollten Hauptverkehrswege nicht durch konzentriert arbeitende Teams geführt werden.

Arbeitsplatzfunktionen

Kollaborative Arbeitsaktivitäten. Open-Plan-Flächen unterstützen Projektarbeit, kurze Abstimmungen, gemeinsames Problemlösen und den direkten Austausch innerhalb eines Teams. Mobile Präsentationsflächen, Projektboards und flexible Tische können temporäre Arbeitsgruppen unterstützen.

Teaminteraktion und Kommunikation. Die räumliche Nähe erleichtert informelle Kommunikation und die schnelle Weitergabe von Informationen. Gleichzeitig kann sie zu häufigen Unterbrechungen führen. Facility Management und Führungskräfte müssen daher räumliche Lösungen mit verbindlichen Verhaltensregeln kombinieren.

Flexible Arbeitsplatzanordnungen. Arbeitsplätze können fest zugeordnet, innerhalb von Teamnachbarschaften geteilt oder über ein Buchungssystem bereitgestellt werden. Die Anordnung lässt sich bei modularer Ausstattung an Projektgrößen, Organisationsveränderungen und wechselnde Anwesenheit anpassen.

Dynamische organisatorische Abläufe. Offene Konzepte eignen sich für Bereiche mit wechselnden Projektteams, hoher Mobilität oder regelmäßigen organisatorischen Veränderungen. Vertrauliche Gespräche und konzentrierte Einzelarbeit müssen jedoch in dafür vorgesehenen Räumen stattfinden.

Facility-Management-Aspekte

Flächeneffizienz und Belegungsdichte. Open-Plan-Büros ermöglichen eine flexible Nutzung zusammenhängender Flächen und reduzieren die Zahl fest eingebauter Einzelräume. Flächeneffizienz darf jedoch nicht mit maximaler Schreibtischdichte verwechselt werden. Bewegungsflächen, Verkehrs- und Fluchtwege, Barrierefreiheit, Stauraum, Besprechungsräume, Rückzugsräume und akustische Abstände bleiben erforderlich.

Die Kapazität sollte anhand realistischer Spitzenbelegungen geplant werden. Eine durchschnittliche Anwesenheitsquote allein ist unzureichend, wenn sich die Anwesenheit auf bestimmte Wochentage konzentriert. Zusätzlich muss geprüft werden, ob Lüftung, Sanitäranlagen, Aufzüge, IT-Infrastruktur und Gemeinschaftsflächen die vorgesehene Spitzenbelegung unterstützen.

Anforderungen an das Akustikmanagement. Das Facility Management sollte zunächst ein Aktivitäts- und Geräuschzonenmodell erstellen. Ruhige Tätigkeiten, telefonieintensive Arbeitsplätze, Projektbereiche, Verkehrswege, Drucker und soziale Zonen sind räumlich voneinander zu trennen.

Geeignete Maßnahmen umfassen schallabsorbierende Decken, Wandabsorber, geeignete Bodenbeläge, Tischaufsätze, akustisch wirksame Stellwände sowie geschlossene Telefon- und Besprechungsräume. Schallmaskierung kann ergänzend eingesetzt werden, sollte aber bauliche und organisatorische Maßnahmen nicht ersetzen. ISO 22955:2021 stellt technische Leitlinien für die akustische Qualität offener Büroflächen bereit.

Akustische Leistung muss auch im laufenden Betrieb überprüft werden. Veränderungen der Möblierung, zusätzliche Arbeitsplätze oder entfernte Absorber können die Raumakustik erheblich verschlechtern.

Management des Umgebungskomforts. Belegungsänderungen wirken sich direkt auf Temperatur, Luftqualität, Beleuchtung und interne Wärmelasten aus. Größere offene Flächen benötigen daher eine sinnvolle technische Zonierung. Ein einzelner Temperaturfühler für eine große Fläche kann lokale Unterschiede an Fassaden, Innenzonen und stark belegten Bereichen nicht ausreichend abbilden.

Facility Manager sollten Raumtemperatur, Luftqualität, Beschwerden, Blendung und Beleuchtungsniveau regelmäßig auswerten. Sonnenschutz, Leuchtensteuerung, Lüftung und Heiz- beziehungsweise Kühlleistung müssen auf die tatsächliche Nutzung abgestimmt werden.

Umgestaltung und Flexibilität des Arbeitsplatzes. Modulare Schreibtische, mobile Stauraumsysteme, standardisierte Anschlüsse, geeignete Kabelwege, flächendeckende Funknetzversorgung und flexible Strom- und Datenverteilung ermöglichen schnelle Anpassungen.

Jede Umgestaltung muss in den Flächen- und Anlagendokumentationen nachgeführt werden. Zu prüfen sind insbesondere Fluchtwege, Brandmelder, Sprinklerabdeckung, Sicherheitsbeleuchtung, Lüftungsleistung, elektrische Lasten und barrierefreie Erreichbarkeit. Auch bei scheinbar kleinen Möbeländerungen dürfen Sicherheits- und Betriebsanforderungen nicht unbeachtet bleiben.

Vergleich der Bürokonzepte

Kriterium

Zellenbüro

Kombibüro

Open-Plan-Büro

Privatsphäre

Hoch

Mittel bis hoch

Niedrig

Zusammenarbeit

Begrenzt

Ausgewogen

Hoch

Flächeneffizienz

Niedrig

Mittel

Hoch

Flexibilität

Niedrig

Mittel

Hoch

Geräuschkontrolle

Ausgezeichnet

Gut

Begrenzt

Kommunikation

Formal

Ausgewogen

Umfassend

Anpassungsfähigkeit

Begrenzt

Mittel

Hoch

Die Bewertungen stellen typische Planungsmerkmale dar und keine garantierten Ergebnisse. Ein schlecht ausgeführtes Zellenbüro kann beispielsweise eine unzureichende Sprachvertraulichkeit aufweisen. Eine gut zonierte offene Fläche kann dagegen wirksame Ruhebereiche bereitstellen.

Die hohe Privatsphäre des Zellenbüros wird mit einer geringeren spontanen Kommunikation und einer stärkeren baulichen Bindung erkauft. Das Kombibüro bietet einen funktionalen Ausgleich, benötigt aber eine sorgfältige Steuerung der gemeinschaftlichen Flächen. Das Open-Plan-Büro besitzt das größte Veränderungspotenzial, verlangt jedoch ein konsequentes Akustik-, Komfort- und Belegungsmanagement.

Auch die Flächeneffizienz muss über die reine Anzahl von Schreibtischen hinaus bewertet werden. Maßgeblich sind die tatsächliche Nutzung, die Verfügbarkeit erforderlicher Unterstützungsräume, die Qualität der Arbeitsbedingungen und die Möglichkeit, Flächen ohne größere Umbaumaßnahmen an veränderte Anforderungen anzupassen.

Facility-Management-Perspektive

FM-Kriterium

Zellenbüro

Kombibüro

Open-Plan-Büro

Flächennutzung

Geringer

Ausgewogen

Höher

Arbeitsplatzflexibilität

Begrenzt

Mittel

Umfassend

Belegungsmanagement

Einfach

Mittel

Komplex

Umgestaltungspotenzial

Niedrig

Mittel

Hoch

Betriebliche Effizienz

Mittel

Ausgewogen

Hoch

Beim Zellenbüro ist die Zuordnung von Räumen zu Personen oder Funktionen übersichtlich. Umzüge, technische Anpassungen und Unterauslastung können jedoch hohe Kosten verursachen. Die Zahl der Türen, Wände und individuellen Regelkomponenten erhöht außerdem den Instandhaltungsbedarf.

Das Kombibüro benötigt ein mittleres Steuerungsniveau. Facility Manager müssen sowohl Einzelräume als auch gemeinsam genutzte Bereiche betreiben, können dafür aber unterschiedliche Arbeitsanforderungen innerhalb einer zusammenhängenden Büroeinheit abdecken.

Das Open-Plan-Büro kann auf Portfolioebene eine hohe betriebliche Effizienz erreichen, insbesondere wenn Arbeitsplätze, Besprechungsräume und technische Ressourcen flexibel genutzt werden. Das tägliche Belegungsmanagement ist jedoch komplexer. Buchungssysteme, Belegungsdaten, Verhaltensregeln, Supportleistungen und ein aktives Störungsmanagement werden zu wesentlichen Betriebsbestandteilen.

Entwicklung der Büroformen

Die Entwicklung moderner Büroflächen verläuft von überwiegend fest zugeordneten, abgeschlossenen Arbeitsplätzen hin zu flexibleren Modellen mit unterschiedlichen Raumangeboten. Treiber sind digitale Arbeitsprozesse, mobile Technologien, projektorientierte Zusammenarbeit, hybride Arbeitsmodelle, schwankende Anwesenheit und der Bedarf, Immobilienressourcen bedarfsgerechter zu nutzen.

Diese Entwicklung bedeutet nicht, dass abgeschlossene Büros grundsätzlich überholt sind. Vertraulichkeit, Konzentration, Inklusion, Sicherheit und besondere technische Anforderungen können weiterhin geschlossene Räume notwendig machen. Der wesentliche Wandel besteht darin, Räume stärker nach Aktivitäten und weniger ausschließlich nach Positionen oder Abteilungsgrenzen zuzuordnen.

Moderne Arbeitsplatzmodelle kombinieren deshalb häufig offene Arbeitsplätze mit privaten Büros, Fokus- und Ruheräumen, kleinen Besprechungsräumen, größeren Konferenzräumen und gemeinschaftlichen Zonen. Internationale Arbeitsplatzmodelle zeigen unterschiedliche Kombinationen aus offenen Arbeitsplätzen, Einzelbüros, Fokusbereichen, Ruheräumen und kleinen Teamräumen.

Bei hybrider Arbeit darf die Planung nicht nur auf durchschnittlichen Anwesenheitswerten beruhen. Facility Manager müssen Spitzenbelegungen, Teamüberschneidungen, saisonale Schwankungen und organisatorische Präsenztage berücksichtigen. Andernfalls können Flächen rechnerisch ausreichend, an stark frequentierten Tagen aber dennoch überlastet sein.

Integration der Bürokonzepte

Verbindung von Privatsphäre und Zusammenarbeit. Ein integriertes Konzept stellt für jede wesentliche Arbeitsaktivität einen geeigneten Raumtyp bereit. Offene Teamflächen können mit geschlossenen Fokus- und Telefonräumen, vertraulichen Besprechungsräumen und akustisch getrennten Projektflächen kombiniert werden.

Die Anordnung sollte einem nachvollziehbaren akustischen Gradienten folgen. Ruhige Bereiche liegen möglichst entfernt von Eingängen, Küchen, Druckern und stark frequentierten Kommunikationszonen. Lautere Aktivitäten werden räumlich gebündelt und durch Abstand oder geschlossene Bauteile abgeschirmt.

Unterstützung unterschiedlicher Arbeitsplatzaktivitäten. Ein modernes Flächenprogramm kann folgende Elemente umfassen:

  • Teamnachbarschaften für reguläre Büroarbeit und direkte Abstimmungen

  • Fokus- und Ruheräume für konzentrierte Einzelarbeit

  • Telefon- und Videokonferenzräume für vertrauliche oder längere Gespräche

  • Projekt- und Workshopflächen für temporäre Arbeitsgruppen

  • Besprechungsräume unterschiedlicher Größe

  • Soziale, informelle und gemeinschaftliche Bereiche

  • Schließfächer, Druckbereiche, Ablagen und weitere Unterstützungsflächen

Die Anzahl und Größe dieser Bereiche sollte aus Tätigkeitsanalysen, Belegungsdaten und betrieblichen Servicezielen abgeleitet werden. Ein attraktives Raumangebot ist nicht ausreichend, wenn bestimmte Raumtypen regelmäßig ausgebucht sind oder aufgrund fehlender Technik nicht genutzt werden können.

Ausgleich zwischen Mitarbeiterbedürfnissen und Organisationszielen. Beschäftigte benötigen Wahlmöglichkeiten, dürfen aber nicht gezwungen sein, für grundlegende Arbeitsanforderungen ständig nach einem verfügbaren Raum zu suchen. Das Verhältnis zwischen Arbeitsplätzen, Rückzugsräumen und Besprechungsflächen muss zur tatsächlichen Arbeitsweise passen.

Vor einer umfassenden Umsetzung sind Pilotbereiche, strukturierte Rückmeldungen und Testbelegungen sinnvoll. Dabei sollten unterschiedliche Nutzergruppen berücksichtigt werden, darunter Beschäftigte mit Behinderungen, neurodivergente Personen, Personen mit häufigen vertraulichen Gesprächen sowie Teams mit besonderen Sicherheits- oder Technikbedürfnissen.

Organisationsziele wie Flächenreduzierung oder höhere Auslastung dürfen nicht isoliert verfolgt werden. Sie müssen mit Produktivität, Servicequalität, Gesundheitsschutz, Arbeitgeberattraktivität und langfristigen Anpassungskosten abgeglichen werden.

Bedeutung für das Facility Management

Arbeitsplatzplanung und Optimierung. Facility Management übersetzt Organisationsanforderungen in ein belastbares Flächen- und Betriebskonzept. Dazu gehören Tätigkeitsanalysen, Belegungsprognosen, Zuordnungsregeln, Nachbarschaftsplanung, Kapazitätsberechnungen und die Prüfung technischer sowie rechtlicher Rahmenbedingungen.

Die Planung sollte nicht mit der vorhandenen Zahl an Schreibtischen beginnen, sondern mit den tatsächlich auszuführenden Aktivitäten. Erst danach wird bestimmt, welche Kombination aus Einzelarbeitsplätzen, Teamflächen, Fokusbereichen, Besprechungsräumen und Unterstützungsfunktionen erforderlich ist.

Strategien für das Flächenmanagement. Ein aktuelles Raum- und Arbeitsplatzverzeichnis bildet die Grundlage des Betriebs. CAFM- oder IWMS-Systeme können Raumarten, Kapazitäten, Ausstattungen, Kostenstellen, Buchungen, Wartungsobjekte und organisatorische Zuordnungen miteinander verbinden.

Belegungs- und Nutzungsdaten sollten regelmäßig überprüft und in konkrete Maßnahmen übersetzt werden. Dazu können die Umwandlung wenig genutzter Büros, die Erweiterung stark nachgefragter Fokusbereiche, die Anpassung von Reinigungsintervallen oder die Veränderung von Buchungsregeln gehören. Für alle Datensysteme sind Datenschutz, Zugriffsrechte, Aufbewahrungsfristen und Datenqualität verbindlich zu regeln.

Unterstützung der organisatorischen Wirksamkeit. Die Qualität einer Bürofläche zeigt sich daran, ob Beschäftigte für ihre Aufgaben zuverlässig einen geeigneten Arbeitsplatz finden. Relevante Leistungskennzahlen können die Verfügbarkeit von Fokus- und Besprechungsräumen, Nutzerzufriedenheit, akustische Beschwerden, Raumluftbeschwerden, tatsächliche Belegung, Energieverbrauch, Störungszeiten und Kosten je genutztem Arbeitsplatz umfassen.

Facility Management unterstützt die Organisation außerdem durch barrierefreie Gestaltung, technische Zuverlässigkeit, sichere Arbeitsbedingungen, funktionierende hybride Besprechungstechnik und belastbare Notfall- beziehungsweise Ausweichkonzepte.

Abstimmung der Büroform auf betriebliche Anforderungen. Jede Büroform muss mit Sicherheitsstufen, Vertraulichkeit, IT-Infrastruktur, Reinigung, Gebäudetechnik, Brandschutz, Zugangsmanagement und Instandhaltung abgestimmt werden. Änderungen der Arbeitsweise müssen deshalb gemeinsam mit Personal, Arbeitsschutz, IT, Datenschutz, Sicherheit, Finanzen und den betroffenen Organisationseinheiten bewertet werden.

Aktuelle Arbeitsplatzrichtlinien betonen neben der Flächeneffizienz auch Akustik, Privatsphäre, Ausstattung, Belegungsmessung und technologiegestützte Flächensteuerung. Facility Manager sollten diese Anforderungen in verbindlichen Standards, Raumkatalogen, Servicebeschreibungen und Freigabeprozessen dokumentieren und in festgelegten Abständen anhand realer Betriebsdaten überprüfen.